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Studentenwettbewerbe

Die „Axel-Bundsen-Stiftung“ wurde 1994 von der Architekten- und Ingenieurkammer begründet. Ziel ist die Stärkung und damit die Förderung der Aus- und Fortbildung des Berufsnachwuchses von Architek­ten und am Bau tätigen Ingenieuren. Diese Ziele werden insbesondere verfolgt durch die Auslobung von Nachwuchswettbewerben und die Vergabe von Förder- und Studienstipendien.

Studentenwettbewerb 2019/2020: Klettern auf dem Campus
Der erste Preis im Studiengang Architektur für die Arbeit von Steffen Werner, überzeugend der abgesenkte Baukörper. Grafik: Steffen Werner
1. Preis bei den Bauingenieur*innen ging an Kexin Ma für die Einheit von Tragwerk und Form. Grafik: Kexin Ma

Im Juli 2020 wurden die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Kletterhalle auf dem Campus“ virtuell geehrt.

Text: Frank Mindt, Pressesprecher FH Lübeck

Die Axel-Bundsen-Stiftung der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein (AIK SH) hatte den jährlichen studentischen Ideenwettbewerb im Studienjahr 2019/20 unter ein sportliches Motto gestellt. Studierende der Fachgebiete Architektur und Bauingenieurwesen der Technischen Hochschule (TH) Lübeck entwarfen Konzepte und bauten Modelle für eine Kletterhalle auf dem Hochschulcampus in Lübeck. Jeweils drei Arbeiten aus den zwei Fachgebieten konnten sich im Wettbewerb durchsetzen und wurden im Juli 2020 virtuell geehrt.  

Neben der Durchführung von studentischen Ideenwettbewerben fördert die Axel-Bundsen-Stiftung Veranstaltungen für den Nachwuchs, Initiativen für den bewussten Umgang mit der gebauten Umwelt, vergibt Stipendien und fördert so gezielt den Nachwuchs in der Architektur und dem Bauingenieurwesen.
Beim Thema „Kletterhalle auf dem Campus“ haben sich 35 angehende Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure der TH Lübeck am studentischen Wettbewerb beteiligt. Sie reichten insgesamt 17 Entwürfe und Modelle als Gruppen- oder Einzelarbeiten ein. Die Betreuung der Studierenden an der TH Lübeck erfolgte im Rahmen der Module Konstruktiver Ingenieurbau (Bauingenieurwesen) und Entwerfen (Architektur) durch die TH-Professoren Michael Hoeft und Andreas Scheuring.

Bis zu 15 Meter hohe Wände und ein Kletterbereich im Freien
Die Aufgabe lautete: eine Kletterhalle entwerfen, die sich in die Grünfläche hinter dem Audimax harmonisch integriert. Diese soll neben dem eigentlichen sportlichen Zweck auch andere Veranstaltungen von Universität und Technischer Hochschule, wie bspw. Konferenzen, Seminare und Feiern bedienen. Das zu berücksichtigende Raumprogramm des Komplexes umfasste eine 400 Quadratmeter große Kletterhalle mit bis zu 15 Meter hohen Wänden. Darüber hinaus sollten die Entwürfe auch eine Galerie, Umkleiden und Duschen, einen Trainerbereich mit Schulungsraum sowie einen großen Außenbereich mit Kletterwänden, einer Terrasse und einer überdachten Vorfahrt beinhalten.

 „Origamifaltkunst“ als Vorlage für Gebäudemodelle 
Im ersten Schritt hatten sich die Studierenden mit dem Thema „Faltungen“ zu befassen. Die Aufgabe für die jungen Architekten und Ingenieure bestand darin, Beispiele aus der japanischen Origami-Faltkunst zu recherchieren. In Anlehnung an diese Faltkunst sollte die Gebäudeform den dreieckigen Formen nachempfunden und adaptiert werden. In einem zweiten Schritt wurden die beispielhaften ‚papierenen Kletterfelsen‘ in maßstabsgetreue Modelle übertragen und gebaut.

Preisträger und Preisträgerinnen überzeugen mit abgesenkten, schneckenförmigen und prismatischen Modellen und einfallsreichen Tragwerksideen
Ende Januar 2020 tagte das Preisgericht, das sich aus dem Vorstand der Axel-Bundsen-Stiftung, namentlich mit Wigand Grawe, Tragwerksplaner; Arne Kleinhans, Schleswig-Holsteinisches Innenministerium; Uwe Schüler, Architekt und AIK-Präsident; Andreas Scheuring, TH-Professor; und Reinhold Wuttke, Zweiter Vizepräsident der AIK und Architekt; sowie zusätzlich aus TH-Professoren, namentlich Michael Hoeft und Joachim Heisel, zusammensetzte.
In zwei Rundgängen bewertete die Jury die 17 Arbeiten. Der erste Preis in der Architektur ging an den Studenten Steffen Werner. Der erste Preis bei den Studierenden des Bauingenieurwesens für überzeugende Tragwerksideen ging an die Studentin Kexin Ma.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für die Arbeit von Werner mit der überzeugenden Eigenständigkeit des Entwurfskonzeptes.Der abgesenkte Weg erschließt eine eigene Welt des Kletterns. Die Besucherinnen und auch die Öffentlichkeit können sich so der Faszination des Kletterns nicht mehr entziehen. Durch den abgesenkten Baukörper wird der Landschaftsraum nicht gestört. Der Innenraum ist großzügig gestaltet und die Belichtungsöffnungen gehen geschickt mit der Enge des Erschließungsweges um“, heißt es im Protokoll des Preisgerichts.

Der zweite Preis in der Architektur ging an die Gemeinschaftsarbeit von Jan Malte Röthig und Kanina Leonarda Färber. Sie konnten mit einer schneckenförmig aufsteigenden Baukörperform und mit der zeichnerischen Darstellung wie auch mit der Modellausbildung überzeugen. „Die Idee der schneckenförmigen, aufsteigenden Baukörperform, die einen Eingangshof ausbildet, ist eine klare Geste. Sowohl in Hinblick auf den vorhandenen Landschaftsraum, als auch auf die innere Organisation der Kletterhalle… Überzeugend ist die innere Wegeführung mit einem schwebenden Steg, der es ermöglicht das Klettergeschehen hautnah mitzuerleben“, urteilte die Jury.

Den dritten Preis sicherte sich Anna Hehemann. „Die Idee des S passt zur Aufgabe der Kletterhalle“, befand die Jury und sah sie damit preiswürdig. Auch die Einbindung in die Topografie und das Angebot für das Outdoor-Klettern wurden sehr positiv bewertet. So stellte ihre Lösung einen spannenden und auch innenräumlich gut differenzierten Beitrag für die gestellte Aufgabe dar, argumentierte das Preisgericht weiter.

Bauingenieurstudierende lieferten überzeugende Tragwerksideen
Der erste Preis bei den Studierenden des Bauingenieurwesens ging an Kexin Ma für die überzeugendste Tragwerksidee. Mit ihrer Idee eines gefalteten Daches konnte sie sowohl in konstruktiver als auch gestalterischer Hinsicht überzeugen. Besonders der Innenraum, so die Meinung der Jury, profitiert in seiner freien Ausformung von dieser Tragwerksidee. „Das Zusammenspiel von Tragwerk und Form ist vorbildlich zu einer Einheit verschmolzen. Der Entwurf ist von der Durcharbeitung bis hin zum rechnerischen Nachweis der Konstruktion ein eigenständiger und überzeugender Beitrag…“, urteilte das Preisgericht.

Da sich die Jury nicht auf einen zweiten Platz einigen konnte, vergab sie zwei gleichberechtigte dritte Preise. Diese gingen an die Gruppenarbeit von Jakob Abendroth, Jonas Nütz und Philipp Wiesenthal sowie an das Team Lucca Christiansen, Sandra Ehrenberg und Jana Riemke.

Die Gemeinschaftsarbeit von Abendroth, Nütz und Wiesenthal zeichnet sich durch die Idee einer frei geformten, selbsttragenden Gebäudehülle aus. Sie wird mittels einer einfachen Stabwerkskonstruktion umgesetzt. Das gestalterische Potenzial dieser Konstruktion ist ihr entscheidender Vorteil. „Insoweit stellt die Arbeit einen gelungenen Beitrag für die gestellte Aufgabe dar“, argumentierte die Jury für die erste Gruppe mit einem dritten Preis.

Der weitere dritte Preis vom Team Christiansen, Ehrenberg, Riemke hatte die Idee eines gefalteten Flächentragwerkes als raumbildendes Prinzip. Dieses war aber nicht in allen Bereichen konsequent umgesetzt. Positiv bewertet wurde das sowohl gestalterisch als auch konstruktiv kohärent entwickelte Faltprinzip.

Weitere Informationen und Fotos der Modelle finden Sie auf der Homepage der TH Lübeck.

 
Studentenwettbewerb 2017/2018: Sailing Tower Hörn – Eine Tribüne für Kiel
Sehr gut besucht – Die Ausstellung „Profile“ 2018 des FB Bauwesen | Foto: Frank Mindt

Sehr gut besucht – Die Ausstellung „Profile“ 2018 des FB Bauwesen | Foto: Frank Mindt

Am 12. Juli wurden die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Sailing Tower Hörn – Eine Tribüne für Kiel“ im Rahmen der Ausstellung der Abschlussarbeiten an der FH Lübeck, Fachbereich Bauwesen, ausgezeichnet.

Text: Frank Mindt, Pressesprecher FH Lübeck

Zum Ende eines Semesters veranstaltet der Fachbereich Bauwesen der Fachhochschule Lübeck regelmäßig die Ausstellung „Profile“ und markiert damit das offizielle Ende des Semesters. In der Ausstellung präsentieren die Absolventinnen und Absolventen aller Studiengänge des Fachbereichs ihre Abschlussarbeiten und stehen Rede und Antwort zu ihren Ideen. Die Präsidentin der FH Lübeck, Dr. Muriel Helbig und Prof. Dr. Matthias Grottker, Dekan des Fachbereichs Bauwesen, begrüßten die mehr als 350 Gäste im Bauforum an der Stephensonstraße. In diesem Jahr konnten 107 Baustudierende ihr Studium erfolgreich abschließen. Bevor sich die Gäste den Arbeiten widmen konnten, leitete die Prodekanin des Fachbereichs, Prof. Melanie Rüffer das Highlight des Abends ein, die Vergabe des Axel-Bundsen-Preises für den studentischen Ideenwettbewerb 2018. Der Präsident der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein (AIK) und Vorsitzender der Axel-Bundsen-Stiftung, Uwe Schüler, verkündete das Ergebnis des Preisgerichts. Schüler sprach in seiner Begrüßung über die gut funktionierende Partnerschaft von Fachhochschule Lübeck und der AIK. Er informierte über den Stiftungszweck und betonte dabei das Alleinstellungsmerkmal der AIK, die unter einem Dach sowohl die Interessen der Architektur als auch die des Bauingenieurwesens vertritt und die Aus- und Weiterbildung des Berufsnachwuchses von Architekt*innen und Ingenieur*innen gleichermaßen fördert.

In diesem Jahr lautete die Aufgabenstellung für den studentischen Ideenwettbewerb „Sailing Tower – Kieler Hörn“ und wurde von Prof. Andreas Scheuring, FH Lübeck, formuliert. Der Wettbewerb sollte möglichst in fachlich gemischten Kleingruppen aus der Architektur und dem Bauingenieurwesen bearbeitet werden. Eine wechselseitige Betreuung durch die Professoren Hoeft, Schall und Scheuring wurde angeboten. Bereits Ende Januar 2018 tagte die Jury, die sich aus den Professor*innen Michael Hoeft, Achim Laleik, Guido Neubeck, Melanie Rüffer, Andreas Scheuring sowie den AIK-Vertretern Uwe Schüler, Reinhold Wuttke und Kai Trebes zusammensetzte.

Den 1. Preis konnte das Mischteam mit der Architekturstudentin Judith Kahl und dem Bauingenieurstudent Marcel Schuldt für sich entscheiden. Obwohl die Jury einige Anmerkungen zum Traggerüst machte, wie wenig Eleganz, konstruktiv nicht optimal, und dadurch eine gewisse Diskrepanz sah zwischen der filigranen Tribüne und der Massivität der Tragkonstruktion, entschied sie sich dennoch für die Vergabe des ersten Preises. Sie begründete es damit, dass die Hauptansicht vom Wasser aus filigran erscheint und der Wasserbezug sehr gut gelungen sei. Insgesamt hat die Arbeit mit der Idee eines aufgespannten Segels überzeugt.

Bei dem zweiten Platz handelt es sich um eine Bachelor-Thesis der Architekturstudentin Shadi Espahani. Die Arbeit zeigt einen einfachen, klaren und großzügigen Gestaltungswillen. Allerdings erscheint die Anzahl der Sitzplätze recht gering, so die Jury und führte zu der Beurteilung, „viel Bauwerk für wenig Plätze“. Eine Treppe könne hochgeklappt werden und gibt so den Weg zum Wasser frei. Obwohl ein Austrittspodest zu kurz und die Anzahl der Sitze zu gering berechnet sei, überzeugte die Arbeit mit der Einfachheit im Sinne von Klarheit.

Auch beim dritten Platz handelt es sich um eine Bachelor-Thesis des Architekturstudenten Bent Zessin. In seiner Arbeit ist der Tower vertikal orientiert. Eine Tribüne öffnet sich zum Wasser hin. Die Erschließung wirkt recht dunkel, die Tribüne eher klein. Die Wirkung sei, so die Jurymeinung, insgesamt eher kompakt-massiv, fast bollwerkartig, allerdings reduziere die Faltung das Volumen.

Im Resumée betonte Uwe Schüler noch einmal die sehr engagierte und insgesamt gute Zusammenarbeit von Architektur- und Bauingenieurstudierenden, dies sei besonders hervorzuheben beim 1. Preis. Der 2. Preis, so Schüler weiter, weise auf einen hohen konstruktiven Anspruch hin und die Arbeit des 3. Preises zeige eine konstruktive Eindeutigkeit.

 

 

 
Studentenwettbewerb 2016/2017: Das Dorf im Haus
Bau-Abschlussfeier WiSe 2016/17 mit Ausstellung BAUFORUM.Profile. Foto: FH Lübeck
1. Platz, das Siegerteam (v.l.) mit Siyi Han, Cassandra Condina und Eugenia Schieber mit Reinhold Wuttke, aik vor dem Modell. Foto: FH Lübeck
2. Platz (v.l.) mit Katrin Willert und Lena Hanssen. Es fehlt Nicole Ptak. Foto: FH Lübeck
Die Drittplatzierten (v.l.) Runaz Ali, Alexandra Dieseldorf und Beles Holwege mit Reinhold Wuttke, aik, vor ihrem Modell. Foto: FH Lübeck

Mit der Ausstellung der Bauprofile beendete der Fachbereich Bauwesen der Fachhochschule Lübeck das Wintersemester 2016/ 2017.

In der Ausstellung präsentierten 34 Bachelorabsolvent/innen der Architektur, 43 des Bauingenieurwesens sowie vier Masterabsolvent/innen der Architektur, acht Master des Städtebaus und der Ortsplanung sowie 21 Master des Bauingenieurwesens ihre Abschlussarbeiten.

Ein besonderes Highlight war und ist jährlich die Verleihung des Axel-Bundsen-Preises, ausgeschrieben von der gleichnamigen Stiftung mit Sitz an der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein (aik). Die „Axel-Bundsen-Stiftung“ fördert mit dem Wettbewerb die Aus- und Fortbildung des Berufsnachwuchses in der Architektur, Landschaftsarchitektur, Innenarchitektur und von am Bau tätigen Ingenieur_innen. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung verkündete und prämierte der zweite Vizepräsident der aik, Architekt Reinhold Wuttke, die Gewinner und Gewinnerinnen des studentischen Architektur-Wettbewerbs, den die Bundsen-Stiftung zur Nachwuchsförderung mit dem Thema „Gemeinschaftliches Wohnen – Das Dorf im Haus“ ausgelobt hatte.

Die Aufgabe wurde von FH Prof. Andreas Scheuring im Sommersemester 2016 formuliert und war für alle Bachelor- und Masterstudierende des FB Bauwesen offen. Die Gruppen waren gemischt und setzten sich aus Studierenden der Architektur und des Bauingenieurwesens zusammen. Insgesamt hatten sich sechs Teams zusammengefunden und die Arbeiten anonym eingereicht.

Bereits im Oktober 2016 tagte das Preisgericht in der Zusammensetzung von FH Professuren und Vorstandsvertretern der aik. Nach drei Rundgängen und intensiv geführten Diskussionen stand das Ergebnis fest. Drei Teams konnten sich platzieren und die Sachpreise entgegennehmen.

Die Architekturstudentinnen Eugenia Schieber, Siyi Han und Cassandra Condina konnte den ersten Platz für sich entscheiden. Laut Preisgericht weist die Arbeit des Teams ein klares räumliches Konzept mit unterschiedlichen Lichtraumhöhen / Deckenhöhen auf, „Innen und Außen“ stimmen überein, die Schlafebenen sind separiert, was eine Privatsphäre sicherstellt. Auch das Tragwerk ist gut  durchdacht und rechnerisch nachgewiesen, so das Urteil der Jury.

Das Dreierteam Nicole Ptak, Lena Hanssen und Katrin Willert, alle drei Architekturstudentinnen, haben den zweiten Platz erzielen können. Ihre Arbeit überzeugte durch ein hohes Maß an Übereinstimmung von architektonischer Konzeption und konsequentem (Stab-) Tragwerk sowie durch eine sehr gute Kleinräumigkeit. Die einzelnen Kuben sind frei im Raum verteilt, was zu spannenden Konstellationen führt. Die Treppen bilden ebenfalls reizvolle Räumlichkeiten. Kritisch wurde die Erschließung gesehen; so verfügt das Konzept nicht über einen überzeugenden Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss. Das relativ hohe Maß an „Resträumen“ resultiert aus dem konsequent angewendeten Tragwerk und dem Einhalten der in der Aufgabe gestellten Kubatur. Die Arbeit bildet mit ihren dezentral verteilten Räumlichkeiten einen Gegensatz zu dem Gedanken eines „zentralen Raumangebotes“. Eine Schwäche liegt in dem abgesenkten Haupteingang, so die Empfehlung des Preisgerichts für den zweiten Platz.

Den dritten Platz konnten sich die drei Architekturstudentinnen Runaz Ali, Alexandra Dieseldorf und Beles Holwege sichern. Die Meinung der Jury zu dieser Gemeinschaftsarbeit lautete: Das Tragwerk erscheint einfach aber „machbar“, dennoch gab es Problempunkte im Detail. Die Innenräumlichkeit und Boxen erscheinen gut. Die Individualität ist stärker ausgeprägt als der Gemeinschaftsaspekt, der eher „abgeschlossen“ wirkt. Eine Bibliothek als Gemeinschaftsprojekt wird anerkannt. Die  Grundrissdisposition mit der Aufteilung der privaten Boxen im Erdgeschoss und den Gemeinschaftseinrichtungen im Obergeschoss wird nicht ausreichend nachvollziehbar. Der Eingang mit anschließendem Erschließungsbereich in Verbindung mit den einläufigen Treppen ins Obergeschoss warf Fragen der Orientierung und Zusammengehörigkeit auf. Auch erfolgen Belichtung und Belüftung der Küchen indirekt. Die Kubatur als Vorgabe in der Aufgabenstellung wurde nicht eingehalten und führte zu der Bewertung auf den dritten Platz.

 
Studentenwettbewerb 2016: Membrantragwerke

Im Rahmen des diesjährigen Studentenwettbewerbs für Studierende im Masterstudiengang Bauingenieurwesen stellte Prof. Michael Hoeft die Aufgabe, ein Membrantragwerk zu entwerfen und zu konstruieren. Membrantragwerke als leichte Flächentragwerke verbinden eine optimale Materialausnutzung mit einer beeindruckenden Formensprache. Das Charakteristikum dieser Konstruktionen ist das Gleichgewicht von gespannter Membranfläche und den diese Spannung aufnehmenden, stabilisierenden Rand- und Verankerungselementen. Die Aufgabe beinhaltete die Überdachung der bestehenden Tribünenanlage des Segel-Olympiazentrums Kiel-Schilksee mit einem Membrantragwerk – eine durchaus realistische Aufgabenstellung mit konkretem Ortsbezug, 5 Studierende nahmen an dem Wettbewerb teil.

Insgesamt zeigte sich das Preisgericht beeindruckt vom Arbeits- und Wettbewerbsergebnis. Die Darstellungen und Berechnungen sowie die Modelle hatten insgesamt eine hohe Qualität, die gestalterischen Aspekte und die Auseinandersetzung mit dem Ort wurden vom Preisgericht gewürdigt.

Die Juryteilnehmer des Axel-Bundsen-Preises 2016 waren Kai Trebes, Vorstandsmitglied der Axel-Bundsen-Stiftung, und die Hochschullehrer Prof. Günter Schall, Prof. Andreas Scheuring, Prof. Achim Laleik sowie – auf eigenen Wunsch hin nicht stimmberechtigt – Prof. Michael Hoeft. Die Preisverleihung fand am 19. Juli 2016 im Rahmen der Semester-Abschlussfeierlichkeiten der Fachhochschule Lübeck, Fachbereich Bauwesen, statt und wurde vom Vorsitzenden der Axel-Bundsen-Stiftung und Kammerpräsidenten Uwe Schüler im Beisein des Ersten Vizepräsidenten Harald Peter Hartmann vorgenommen.

Die Arbeit von Timm Paulsen setzte die Jury auf den 1. Platz. Sie beurteilte die Arbeit insgesamt als sehr überzeugend und gestalterisch ansprechend, die Stützen legen die Assoziation zu Segelbootmasten nahe, auch das Licht unter der Membran verstärkt den positiven Gesamteindruck.

Platz 2 ging an Nils-Lasse Kohrn. Auch diese Arbeit beurteilte die Jury als positiven Beitrag mit einem eigenständigen gestalterischen Konzept bei konsequenter konstruktiver Durcharbeitung.

Platz 3 wurde vom Preisgericht zweifach vergeben. Preisträger sind zum einen Harman Taha Otmann und zum anderen Florian Wolfgang Struzyna. Auch diese beiden Arbeiten wurden insgesamt als gelungen eingestuft, wiesen aber kleinere konstruktive und gestalterische Mängel auf.

Die Preisträger erhielten neben einer Urkunde jeweils ein Buch „Ingenieurbaukunst 2016“, dem 1. Preisträger wurde als zusätzliche Anerkennung das jüngst erschienene Werkverzeichnis über den gestaltenden Ingenieur Santiago Calatrava überreicht. Den teilnehmenden Studierenden wie auch den betreuenden Professoren einen herzlichen Dank. Bei nächster Gelegenheit werden Arbeiten zum Thema „Das Dorf im Haus“ zu begutachten und zu bewerten sein: nach der diesjährigen ingenieur-orientierten Studienarbeit dann also wieder eine aus dem Bereich des Architekturentwurfes. Wir alle dürfen auf die Ideen unseres Nachwuchses gespannt sein.

 

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