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Initiative „Mehr Testen!“ der TH Lübeck

Eignungsprüfung für den BA-Studiengang Architektur an der TH Lübeck, FB Bauwesen

 
Initiative „Mehr Testen!“ der TH Lübeck

Eignungsprüfung für den BA-Studiengang Architektur an der TH Lübeck, FB Bauwesen

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Technische Hochschule Lübeck, Fachbereich Bauwesen:

„Im Sinne der Baukultur ist es der TH Lübeck ein großes Anliegen, die Studierenden der Architektur besonders gut zu qualifizieren. Die dafür notwendige Eignung der Studierenden in Bezug auf gestalterische, naturwissenschaftliche und kulturelle Interessen, muss deshalb vor Beginn des Studiums durch eine Eignungsprüfung erfasst werden. Seit nunmehr 3 Jahren fordert die TH Lübeck, wie an anderen Hochschulen bundesweit schon sehr lange üblich, die Einführung einer solchen Eignungsprüfung. Die dafür notwendige Änderung des Hochschulgesetzes in Schleswig-Holstein muss nun endlich im Rahmen der derzeit stattfindenden Novellierung des Hochschulgesetzes vom Land umgesetzt werden. Was in Schleswig-Holstein bisher nur für Kunst, Musik und Sport in Form einer Eignungsprüfung vor Beginn des Studiums möglich ist, soll in Zukunft auch im Bachelorstudiengang Architektur an der TH Lübeck als Garant für die Auswahl besonders geeigneter Studierender herangezogen werden. Mit diesem Wunsch nach mehr Qualität aber auch mehr Attraktivität im Architekturstudium folgt die TH Lübeck, wie schon erwähnt, den bundesweit überwiegend vorherrschenden Zulassungsverfahren durch Eignungsprüfungen im Studiengang Architektur. Hochschulen mit Eignungsprüfung erfüllen die Forderungen des ASAP (Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planung) nach einer „zusätzlichen Prüfung spezifischer Fähigkeiten“ als Zugangsvoraussetzung für den Bachelorstudiengang Architektur. Begründet wird dies durch die besondere Situation des geschützten Berufes „Architekt*in“.

„Innerhalb der Hochschullandschaft nimmt die Architekturlehre insofern eine besondere Stellung ein, als sie auf einen durch die Architektengesetze der Bundesländer geschützten Beruf hin ausbildet, der auch von internationalen Standards geprägt ist.“ (Fachliche Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen – Architektur; 6. Auflage 2018; Seite 2; Punkt 1.1). Eine Eignungsprüfung überwindet die bisher ausschließlich auf den Numerus Clausus basierende und an schulische Leistungen gekoppelte Studienplatzvergabe. Die Gewichtung der benötigen Neigungen und bereits vorhandenen Talente der Bewerber*innen, ihre Motivation, ihre Neugierde und ihr Engagement für das Studium der Architektur können über ein fachspezifisches Auswahlverfahren deutlicher zum Vorschein kommen, zu einem erfolgreichen Studienverlauf verhelfen und unnötige Studienabbrüche verhindern.

Der Wunsch nach Alternativen zum „…Numerus Clausus als zentrales Element der Zulassungsbeschränkungen…“ wurden auch bereits im Koalitionsvertrag (S. 26) verankert. Dies kann nun mit der Einführung einer Eignungsprüfung für den Bachelorstudiengang Architektur an der TH Lübeck und der damit verbundenen Anpassung im Hochschulgesetz erfüllt werden!

Nicht zuletzt fließen die Qualität und die Motivation der ausgewählten Studierenden wieder zurück in die Architekturbüros des Landes und die Eignungsprüfung wird somit zu einem Multiplikator für die Baukultur in Schleswig-Holstein.“

 

Stellungnahme der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein
an das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein: 

„In Kenntnis der Initiative der TH Lübeck „Mehr Testen! – Eignungsprüfung für den Bachelorstudiengang Architektur“ erhalten Sie unsere unterstützende Stellungnahme. Architektinnen und Architekten erfüllen über ihre beruflichen Leistungen gesellschaftsprägende Aufgaben. Sie gestalten den Raum, das Umfeld für unser Leben – für Arbeit und Erholung, für Bildung und Wachstum, für Gesundheit und Forschung, für alle Lebenslagen. Unser Befinden ist unmittelbar abhängig von der gestalteten Umwelt. Entsprechend komplex und vielschichtig sind die Anforderungen, die an unseren Berufsstand gestellt werden. Der Berufsalltag ist geprägt von stets neuen, sich wandelnden Anforderungen, die gerne angenommen werden. Uns ist bewusst, dass ein Numerus Clausus eine durchaus sinnvolle Form für die Vergabe von Studienplätzen ist, jedoch sollte es nicht die alleinige, ausschlaggebende sein. Denn gerade auch Professionen, die nicht nur Beruf, sondern auch Berufung sind, verlangen mehr als nur die standardisierte Auswahl über eine nur bedingt aussagekräftige Zahl des Notendurchschnitts.

Wir unterstützen die Initiative der TH Lübeck „Mehr Testen!“ nachdrücklich. Das Studium der Architektur bildet vielseitig interessierte, offene und begabte junge Menschen zu verantwortungsvollen Gestaltern aus; sie müssen naturwissenschaftlich, kulturell und gestalterisch interessiert sein. Sie sollten neugierig sein, vorausschauend denken, konkurrierende Ansprüche in Einklang bringen und passgenaue Lösungen entwickeln. Wir beurteilen es als nicht ausschließlich zielführend, diese gewünschten, vielseitigen Anlagen zur späteren beruflichen Tätigkeit allein aus einer Zahl, dem Numerus Clausus, herzuleiten.

Allgemein ist festzustellen, dass qualifizierte Eignungstests studiengangsübergreifend zu einer spürbaren Senkung der Abbrecherquoten führen. Im Rahmen einer ergänzenden Eignungsprüfung kann im Interesse der jungen Bewerberinnen und Bewerber selbst wie auch der Hochschule geprüft werden, ob der Berufswunsch realistisch ist, in wie weit erforderliche Neigungen und Anlagen eingebracht werden können. Als berufsständische Vertretung erhalten wir regelmäßig Rückmeldungen unserer Kammermitglieder, insbesondere der freischaffenden unseres Landes: Absolventinnen und Absolventen zeichnen sich nach Studienabschluss durch so viel mehr als nur gute Noten aus. Wir unterstützen nachdrücklich die Initiative der TH Lübeck, das Hochschulgesetz dahingehend zu ändern, dass die Aufnahme des Architekturstudiums nicht allein über einen Notendurchschnitt geregelt ist, sondern um einen begleitenden Eignungstest ergänzt wird, wie auch an vielen weiteren Architekturfakultäten Deutschlands. Wir beurteilen diesen Schritt als wichtig und zukunftsweisend im Interesse der Studierenden, des Berufsstandes wie auch der Wirtschaft allgemein. Noten sind wichtig, aber nicht alles entscheidend.

Sollten Sie das Thema in einem Gespräch vertiefen wollen, so stehen wir gerne bereit, auch gemeinsam mit der Architekturabteilung der TH Lübeck.“

 

06. Mai 2021

Junior.ING 2020/2021 „Stadiondach – durchDACHt konstruiert“

Die Gewinner stehen fest

 
Junior.ING 2020/2021 „Stadiondach – durchDACHt konstruiert“

Die Gewinner stehen fest

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Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Junior.ING 2020/2021,
liebe Lehrkräfte, liebe Eltern,

das hätten wir im vergangenen Jahr nicht gedacht, dass uns Corona noch so lange beschäftigen würde …
Am 27. April hat die Jury unter Corona-Bedingungen getagt – und war begeistert von vielen wirklich guten Modellen! Vielen Dank für alle Einreichungen! Und vielen Dank auch an die betreuenden Lehrkräfte und Eltern, die die jungen Konstrukteure bei der Arbeit unterstützt haben – mit Distanzunterricht, Wechselunterricht oder gar Unterrichtsausfall war das vergangene Jahr besonders herausfordernd!

Die Auswahl fiel nicht leicht – doch die Jury musste sich entscheiden.

 

Sie hat alle Modelle mithilfe des folgenden Rasters begutachtet:

  1. Einhaltung der vorgegebenen Abmessungen
  2. Einhaltung der vorgegebenen Materialien
  3. Bestehen des Belastungstests
  4. In besonderer Weise: Statische Konstruktion (Hier ist immer die Frage: Kann man das so auch in der Realität bauen? Oder hebt bspw. der erste Windstoß das Dach ab?)
  5. Gestaltung und Originalität
  6. Verarbeitungsqualität
  7. Klassenstufenfaktor (Das bedeutet: Sehr junge Konstrukteure erhalten gegenüber älteren Teilnehmern einen kleinen Bonuspunkt – damit sie eine echte Chance haben, bei guten Ideen und sorgfältiger Umsetzung auch vordere Ränge zu belegen – auch, wenn sie noch dem Alter entsprechend „kleinere Möglichkeiten“ haben…)

 

Für jedes Modell hat die Jury anhand der vorgenannten 7 Kriterien 0-10 Punkte vergeben – und das Ergebnis findet Ihr/ finden Sie hier.

Aufgrund der Corona-Lage kann es in diesem Jahr leider keine Landes-Preisverleihung mit Schnuppervorlesung und Ausstellung aller Modelle geben. Eine Verschiebung der Verleihung in den Sommer kam nicht in Frage, da viele Teilnehmer die Schule wechseln und/ oder in die Berufsausbildung starten. 

Die beiden Siegermodelle, also jeweils den 1. Platz der zwei Preisgruppen, senden wir mit einem Boten nach Berlin – die Bundespreisverleihung wird am Donnerstag, 17. Juni digital stattfinden. Weitere Informationen hierzu finden sich in Kürze auf den Internetseiten der Bundesingenieurkammer: https://bingk.de

Vielen Dank für Eure/ Ihre Teilnahme … und bis zum nächsten Junior.ING – 
dann hoffentlich wieder in gewohnter Form und nicht unter Corona-Bedingungen!

Hier findet Ihr/ finden Sie die offizielle Presseinformation!

 

04. Mai 2021

Schüler-Fotowettbewerb 2020: LICHT UND SCHATTEN

Hinweise zur Teilnahme

 

 
Schüler-Fotowettbewerb 2020: LICHT UND SCHATTEN

Hinweise zur Teilnahme

 

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Abgabefrist bis 31.3.2021 verlängert

Um noch mehr Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an unserem Fotowettbewerb zu ermöglichen, haben wir uns dazu entschlossen, die Abgabefrist bis zum 31. März 2021 zu verlängern.

Wir freuen uns über weitere kreative Einreichungen!

 

Auch im Jahr 2020 möchte die AIK dazu beitragen, Architekturverständnis und Wahrnehmungskompetenzen bei Kindern und jungen Erwachsenen zu schulen. Um planerische und bauliche Maßnahmen und Entscheidungen beurteilen zu können, halten wir es für wichtig, dass schon junge Menschen für die Themen Architektur, Baukultur und allgemein für planerische Zusammenhänge sensibilisiert werden sollten. Dies schärft nicht nur den Blick für die gebaute Umwelt, sondern schafft auch die Voraussetzungen einer potentiellen Beteiligung in unterschiedlichen Gremien der Lokalpolitik, wie im Bauausschuss oder projektbezogenen Arbeitskreisen, die sich mit Bauen und Gestalten auseinandersetzen.
Für den Wettbewerb 2020 der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem IQSH wird pro TeilnehmerIn 1 Foto gesucht, das das Thema „LICHT UND SCHATTEN“ reflektiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs sind eingeladen, sich ganz bewusst in ihrem Alltag umzuschauen und ihre Umgebung wahrzunehmen; Ziel ist die bewusste Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt. Die Fotos, die mit Gespür und Hintersinn eingefangen werden sollten, könnten bspw. folgende Motive darstellen:

Architektur, Landschaftsarchitektur, Innenarchitektur, Gebäude, Innenräume, gebaute Umwelt.

Interessant sind auch all diejenigen Aufnahmen auf denen Licht und Schatten Gegensätze bilden, besondere Blickwinkel erzeugen oder Fotos, die Kontraste abbilden…

Die ersten drei Plätze der Gruppen A und B werden durch eine temporäre Ausstellung in der Kammer gewürdigt. Zu gewinnen gibt es einen exklusiven Foto-Workshop für die Plätze 1-3 in beiden Preisgruppen, Buchpreise zum Thema Fotografie und Architektur und Poster-Gutscheine.

Wir freuen uns über Eure und Ihre Teilnahme!

Weitere Informationen erhalten Sie in der anliegenden Ausschreibung und dem Flyer.

Moderate Moderne

Das Haus des Gartenkünstlers Harry Maasz von Wilhelm Bräck
Text: Ulrich Höhns, Wissenschaftlicher Leiter des Archivs für Architektur und Ingenieurbaukunst

 
Moderate Moderne

Das Haus des Gartenkünstlers Harry Maasz von Wilhelm Bräck
Text: Ulrich Höhns, Wissenschaftlicher Leiter des Archivs für Architektur und Ingenieurbaukunst

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Dieser Text ist die Zusammenfassung eines Vortrags, der beim Symposium „Moderne am Meer“ im Schloss Gottorf in Schleswig gehalten wurde. Es fand im Mai dieses Jahres anlässlich des 100jährigen Gründungsjubiläums des Bauhauses statt. Der Autor vertrat das Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (AAI) der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein.

In Sichtweite von Gut Garkau, einem der bedeutendsten Bauten der Moderne in Schleswig-Holstein und von internationaler Geltung, entstand 1926 ein ungewöhnliches Künstlerhaus. Der Lübecker Architekt Wilhelm Bräck (1875–1968) hat es für seinen Freund und Kollegen, den Gartenarchitekten Harry Maasz (1880–1946) entworfen. Maasz ist einer der führenden deutschen Garten- und Grünreformer der 1920er-Jahre. Er unterhielt sein Büro in Lübeck. Sein Wohnhaus, in dem sich auch ein Arbeitsatelier befand, steht auf einem Ufergrundstück in Hanglage in Klingberg am Pönitzer See, damals ein abgelegener kleiner Ort unweit Lübecks, den Künstler und Anhänger der Reformbewegung für sich entdeckten, hier wohnten oder die Sommerzeit verbrachten.

Das Mauerwerk des Hauses mit dem zum Oval gerundeten Turm im Zentrum besteht aus dunkelgelbem Backstein. Die Stirnseite weist zum See, und zwei kurze Stummelflügel an den Seiten verstärken durch die Staffelung des Baukörpers den Turmeindruck. Trotz späterer Veränderungen und einer von Liddy Maasz, der Ehefrau und Arbeitspartnerin Maasz‘ in den 1950er Jahren entworfenen Verlängerung der beiden Flügel im Erdgeschoss entfaltet es auch heute noch eine besondere Ausstrahlungskraft. Ursprünglich stand es allein auf weiter Flur, heute hat es Nachbarn an der Seestraße.

Im Turm befinden sich der zentrale Wohnraum, das Schlafzimmer und darüber auf dem flachen Dach ein geschützter Dachgarten für das Licht- und Luftbad im Freien. Das Haus und sein Garten sind ein gebautes Manifest der Lebensreformbewegung, die in Klingberg während der Zwischenkriegszeit wie ein kleines „Monte Verità“ des Nordens einen Ort fand. Maasz entwickelte natürlich die Gartenpläne und kam vom expressiven Gestus erster Entwürfe, mit denen er „Das programmatische der Anlage“ festhielt und eine »Zone der Vereinigung zwischen Haus und Garten« vorsah, schließlich zu einer orthogonalen Geometrie seines Nutz- und Lustgartens. Die von ihm entwickelten, auch andernorts verwendeten freistehenden, von Metallrahmen gefassten Glaswände trugen die Architektur in den Garten weiter, schufen Gartenräume und boten Windschutz bei voller Helligkeit.

Haus und Garten verschmelzen zu einer kompositorischen Einheit. Es ist sichtbar, wie eng der Architekt und der Gartenkünstler zusammengearbeitet haben. Sie holten auch den befreundeten Künstler Ervin Bossányi hinzu, der für die Innenräume figürliche Terrakotten, Deckenleuchten, farbige Glasfenster für Türen sowie Möbel schuf. Einiges davon ist noch erhalten.

Bräck hatte zuvor bereits an Plänen für ein idealtypisches »ovales Haus« gearbeitet, frei, ohne Auftrag und Ort, im Blick ein optimiertes, neuzeitliches Künstlerhaus, ausgestattet mit allem Komfort, einem großen, auch für Vorträge und Darbietungen geeigneten Zentralraum, dazu Bibliothek und Dachgarten. Die Entwürfe wurden 1925 in der Lübecker Overbeck-Gesellschaft ausgestellt, deren Ausstellungspavillon er 1930 als ein weiteres seiner raren Werke der Moderne fertigstellte. Die Ideen reichten vom Art-déco-Tempel über dynamische Stromlinienkörper bis hin zu expressiven Formen mit scharfkantigen Konturen. Es waren bemerkenswerte Schritte hin zu einer experimentierfreudigen Architektur einer moderaten Moderne für jemanden, der tief in der Tradition wurzelte. Gemeinsam mit seinem Partner und Schwager Gustav Stoermer hatte Bräck seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Lübeck zunächst ein beachtenswertes Werk geschaffen, zu dem erlesene großbürgerliche Villen mit eigens dafür entworfenen Innenausstattungen in den besten Wohnlagen der Stadt zählen.

Der Entwurf des Hauses Maasz ist ein Wendepunkt im Schaffen des bis dahin traditionalistisch orientierten Architekten, der sich nun als Fünfzigjähriger der Moderne zuwendet. Über die aktuellen Architekturströmungen ist er im Bilde. Er hegt Sympathien für eine pointierte, zeichenhafte, die neuen technischen Möglichkeiten nutzende und darstellende Moderne, so wie sie etwa von Walter Gropius vertreten wurde, Architekt des Dessauer Bauhauses und bis 1928 dessen Direktor. Als Gropius in jenem Jahr in Lübeck über »Das Wohnhaus des modernen Menschen« sprach, rezensierte Bräck die Darlegungen anschließend frei und unvoreingenommen. Der »geistvolle Vortrag« habe gezeigt, dass man »bei der neuen Baukultur nicht vor einer Modelaune, sondern vor dem zwingenden Entwicklungsergebnis der gesteigerten modernen Technik« stünde.

Das Haus Maasz ist nicht radikal modern in Form und Details, aber seine sprechende Architektur vermittelt konsequent die innere Programmatik. Es ist eine echte Gemeinschaftsleistung von Bauherr und Architekt, die gut miteinander befreundet waren und sich gegenseitig in ihrem Schaffen inspirierten. In der Sammlung des AAI befinden sich zahlreiche Originalpläne, Fotografien und Dokumente zum „Ovalen Haus“, die diesen Austausch und sein Ergebnis anschaulich zeigen.

Gegenwärtig wird das Gebäude, das wegen seiner Ergänzungen aus den 1950er-Jahren nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde, grundlegend saniert. Dabei kamen farbige Raumfassungen zum Vorschein, von denen bisher nichts bekannt war. Dass die klassische Architekturmoderne auch farbig, dass Farbe in einigen Fällen eines ihrer wesentlichen Gestaltungsmerkmale sein kann, ist zwar bekannt, aber wohl selten kommt es heute noch zu einer Wiederentdeckung wie dieser. Im ovalen Haus, das Maasz keineswegs modern, sondern konventionell möbliert hatte, finden sich nun hinreichende Spuren einer besonderen, frischen Farbigkeit der Räume. Die Wände erschienen in kräftigem Blau, warmem Orange, leuchtendem Gelb oder tiefem Grün, sind stellenweise auch wieder andersfarbig übermalt worden sind, die Decken stets farblich davon abgesetzt. Der zuweilen  überstrapazierte Begriff des „Gesamtkunstwerks“ trifft auf das Ovale Haus als Ergebnis des Zusammenspiels verschiedener Disziplinen, künstlerischer Vorstellungswelten und Ausdrucksformen zu. Haus und Garten, Kunst und Raumkunst, Lebensentwurf und schöpferische Arbeit gehen an diesem Ort zusammen.

 

Abbildung: Haus Maasz kurz nach der Fertigstellung, um 1926 | Quelle: AAI Schleswig

Veranstaltungen
DAM Deutsches Architekturmuseum

Architektur – gestern – heute – morgen

 
DAM Deutsches Architekturmuseum

Architektur – gestern – heute – morgen

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Das DAM ist nicht nur ein Museum unter den vielen in der Stadt Frankfurt, es ist darüber hinaus das „Deutsche Architekturmuseum“ mit einem nationalen Anspruch. Alle unsere europäischen Nachbarländer besitzen inzwischen jeweils eigene nationale Zentren für die Belange ihrer Baukultur. Das DAM nimmt diesen Anspruch, den Heinrich Klotz bei der Gründung intendiert hatte, wieder verstärkt wahr und stellt nicht nur mit seinen Ausstellungen, sondern auch auf Tagungen, Symposien und in Vorträgen aktuelle und zukünftige architektonische Fragen und städtebauliche Probleme zur Diskussion.

Schauen Sie doch mal vorbei – unter www.dam-online.de!

BUNDESSTIFTUNG BAUKULTUR

Baukultur ist Lebensqualität!

 
BUNDESSTIFTUNG BAUKULTUR

Baukultur ist Lebensqualität!

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Die Bundesstiftung Baukultur ist eine unabhängige Einrichtung. Sie tritt für die Bedeutung der Baukultur ein, da diese einen wesentlichen Faktor der Lebensqualität sowohl in den Städten als auch auf dem Land darstellt. Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die gebaute Umwelt zu einem gemeinschaftlichen Anliegen zu machen, und tritt daher als Interessenvertreterin für hochwertige Bauplanung und -umsetzung auf. Zudem fungiert sie als Plattform, die durch Veranstaltungen, Kooperationen und Publikationen das öffentliche Gespräch über Baukultur fördert sowie bestehende Netzwerke erweitert und festigt.

Die Bundesstiftung hat ihren Sitz in Potsdam und will auf nationaler Ebene das Thema Baukultur in der Gesellschaft verankern und seine Bedeutung der allgemeinen Öffentlichkeit vermitteln. Die Stiftung regt zu einem Dialog auf Augenhöhe an, denn nicht nur Einwohner, auch Bauschaffende aller Disziplinen sind Nutzer der gebauten Gebäude, Straßen und Plätze.

Die Arbeitsschwerpunkte der Bundesstiftung liegen seit 2013 auf dem Thema „Gebaute Lebensräume der Zukunft“: 2013/14 verfolgte die Stiftung unter dem Fokus Stadt die Themen „Wohnen und gemischte Quartiere“, „Öffentlicher Raum und Infrastruktur“ sowie „Planungskultur und Prozessqualität“. In den Jahren 2015/16 widmete sie sich den „Gebauten Lebensräumen der Zukunft in Stadt und Land“ mit den inhaltlichen Schwerpunkten „Vitale Gemeinden“, „Infrastruktur und Landschaft“ und „Planungskultur und Prozessqualität“. 2017 verfolgt die Stiftung den Schwerpunkt „Gebaute Lebensräume der Zukunft“ unter der Themenstellung „Erbe.Bestand.Zukunft“ weiter.

Schauen Sie doch mal vorbei – unter www.bundesstiftung-baukultur.de!

Architektur-Führungen

ArchitekturForumLübeck e.V.

 
Architektur-Führungen

ArchitekturForumLübeck e.V.

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Das ArchitekturForumLübeck e.V. bietet mit den zahlreichen und umfassenden historischen Führungen durch die Altstadt nun auch Spaziergänge und Führungen zu Themen der zeitgenössischen Architektur und des Städtebaus an.

Hier kommen Sie zu der Homepage vom ArchitekturForumLübeck e.V.

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