Der Verein für Baukultur Kiel e.V. informiert:
„Mit der Stadtbegehung „Bauen für die Kirche“ ist die neue Reihe „Kieler Unikate“ erfolgreich gestartet. Am 31. Januar 2026 führte der Rundgang zu prägenden kirchlichen Bauten und eröffnete spannende Einblicke in deren architektonische und stadtgeschichtliche Bedeutung. Auftakt war an der Universitätskirche am Westring, erbaut 1965 nach Plänen der Architekten Weidling und Kettner. Dort erläuterten Fachleute in kurzen Impulsen Entwurf, Nutzung und historischen Kontext. Zu den Mitwirkenden zählten unter anderem Rolf Fischer, Vorsitzender der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, sowie der Architekt Jochen Dohrenbusch. Besonders eindrucksvoll war die Teilnahme des seinerzeit verantwortlichen Architekten Erhart Kettner, der trotz seiner 96 Jahre noch sehr lebhaft über die Entstehung des Bauwerks berichtete.
Anschließend führte die Begehung zur Ansgarkirche, erbaut 1903, mit dem 2011 errichteten Gemeindehaus. Die Architekten und Stadtplaner Marie-Luise und Peter Zastrow ergänzten den Rundgang mit fachlichen Beiträgen zur Einordnung der Gebäude in die Kieler Stadtentwicklung. Geleitet wurde die Veranstaltung von Prof. Ing. Sabina Hauers aus dem Vorstand des Vereins für Baukultur Kiel e.V.
Aktuell sind für 2026 folgende Veranstaltungen unter dem Motto „Kieler Unikate“ geplant:
10. Juni 2026 · „Holz trägt Baukultur“ – Historische Scheune und Jahr100haus im Dialog
(Bauhistorischer Vortrag zum Bestand und Führung durch das neue Eingangsgebäude im Freilichtmuseum Molfsee)
10. September 2026 · Anscharpark „Marinelazarett wird kreatives Wohnquartier“
(wie aus einem historischen Krankenhaus-Quartier ein guter Ort zum Wohnen und mehr wurde)
November 2026 · Anschützhaus und Geomar
(Neues Leben in ortsprägenden Gebäuden an der Wasserkante)
Die Reihe ist Teil des Jahresprogramms 2026 des 2019 gegründeten gemeinnützigen Vereins, der sich für die Förderung der Baukultur in Kiel einsetzt. Als ehrenamtliche Initiative versteht er sich als Plattform für den öffentlichen Diskurs über Architektur, Stadtentwicklung und Lebensqualität. Getragen wird seine Arbeit von Mitgliedern und Förderern. Mit Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen richtet er sich an die gesamte Stadtgesellschaft. Baukultur wird dabei als umfassender Anspruch an die Qualität des Planens und Bauens verstanden – sie prägt unseren Alltag und trägt wesentlich zur Identifikation mit der eigenen Stadt bei. Ziel ist es, diesen Diskurs aus Fachkreisen in die breite Öffentlichkeit zu tragen und Baukultur für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen.“


