Hat der Beruf des Bauzeichners noch eine Zukunftschance?
Bauzeichnerinnen und Bauzeichner werden in Architektur- und Ingenieurbüros beschäftigt. Die Aufgaben sind vielfältig, unterschiedlich und bisweilen sehr anspruchsvoll.
Mitglieder des Hauptausschusses der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein trafen sich Anfang des Jahres mit Kammermitgliedern von Architektur- und Ingenieurbüros zu diesem Thema in Rendsburg. Ferner nahmen auch ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer zu Kiel und Lehrer aus unterschiedlichen Regionen in Schleswig-Holstein, die für die Ausbildung der Bauzeichnerinnen und Bauzeichner verantwortlich sind, teil.
Am Ende stand der Wunsch nach einer Umfrage zur Ausbildung, an der sich möglichst viele ausbildende Büros, Baufirmen und Behörden beteiligen sollen. Zunächst ist zu klären, in welcher Form der Unterricht abgehalten werden soll. Denn vor einigen Jahren wurde der sogenannte Blockunterricht in ganz Schleswig-Holstein eingeführt, welcher aber an der Berufsschule in Lübeck (Emil-Possehl-Schule) wieder zugunsten des Tagesunterrichts abgeschafft wurde.
Blockunterricht bedeutet, dass die Schüler an mehreren Tagen in Folge den Unterricht an der Berufsschule besuchen, um anschließend im Block wieder dem Büro zur Verfügung zu stehen. „Es kommt dabei schon einmal vor, dass die Auszubildenden über viele Wochen aus dem Büro abwesend sind“, erklärt Jesse Kersig von dem Architekturbüro HKW aus Kiel. Eine kontinuierliche Einbindung von Auszubildenden in Projekte des Büros ist dann nicht möglich. Deshalb bevorzugt Herr Kersig, wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen, den Tagesunterricht. Auch die Berufsschullehrer in Lübeck bevorzugen den Tagesunterricht. Denn der Blockunterricht führt dazu, dass die Schüler nach der längeren Zeit im Büro zunächst wieder mit dem Schulalltag vertraut gemacht werden müssen. „Das kann dann schon einmal ein paar Tage dauern. Für die Stoffvermittlung bleibt dann nicht mehr so viel Zeit“, betont Rolf Bentkamp, Lehrer an der Emil-Possehl-Schule in Lübeck. Die Organisation des Unterrichts ist im Tagesunterricht nach seiner Erfahrung einfacher zu gestalten.
„Die Vorteile des Blockunterrichts liegen in der Durchführung diverser Projekte in den Bereichen Architektur-, Ingenieur- sowie Tief-, Straßen- und Landschaftsbau“, erklärt Knut Klagges vom Berufsbildungszentrum NOK in Rendsburg. Alexander Hohmann, Beratender Ingenieur aus Sterup, sieht den Vorteil von Blockunterricht für Ingenieurbüros darin, dass kostenintensive Computerarbeitsplätze im Blockunterricht effektiver genutzt werden können.
Um sich eine Meinung zu bilden, hat sich die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein entschlossen, eine Umfrage durchzuführen. Der hierfür entwickelte Fragebogen kann entweder heruntergeladen werden, oder schicken Sie eine E-Mail an info@aik-sh.de und erhalten den Fragebogen mit einem frei gemachten Rückantwortumschlag übersandt.
Dr.-Ing. Günther Schall, Sprecher des Kompetenzfeldes Aus- und Fortbildung der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein
