Uwe Schüler neuer Präsident

In ihrer Sitzung am 07. Juli 2009 wählte die Kammerversammlung der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein ohne Gegenstimmen den freischaffenden Architekten Uwe Schüler aus  Rendsburg zum neuen Präsidenten.
 

Herrn Schüler gilt die herzliche Gratulation der Kammermitglieder verbunden mit dem Wunsch auf eine erfolgreiche Amtszeit zum Wohle aller.
 

Wir hoffen, dass Herr Schüler demnächst den Lesern des Deutschen Architektenblattes seine Vorstellungen über die künftigen Schwerpunkte der Arbeit des neuen Vorstandes erläutern wird.

Ehrenamtlich in den Vorstand gewählt wurden

Beratender Ingenieur Harald Peter Hartmann, Henstedt-Ulzburg

Freischaffende Landschaftsarchitektin Angelika Jacob, Norderstedt

Beratender Ingenieur Dr.-Ing. Andreas Petersen, Kronshagen

Freischaffender Architekt und Stadtplaner Klaus Petersen, Lübeck

Freischaffender Architekt Uwe Schüler, Rendsburg

 

 

Das künftige Präsidium der Kammer bilden

 

Beratender Ingenieur Harald Peter Hartmann

Freischaffender Architekt und Stadtplaner Klaus Petersen

Freischaffender Architekt Uwe Schüler

 

 

Erster und Zweiter Vizepräsident der Kammer sind die Herren Harald Peter Hartmann und Klaus Petersen.

 

Auch diesen Gewählten gelten unsere guten Wünsche für ihre Amtszeit 2009 - 2013!.

Alter Vorstand verabschiedet sich

Der alte Vorstand der Kammer hat sich aus seiner Arbeit mit einer letzten Sitzung am 07. Juli 2009 verabschiedet.

Erinnerungsfotos wurden geschossen:

Architekt Herbert Weidling Gründungs- und Ehrenpräsident

Einstimmig verlieh die Kammerversammlung Herbert Weidling die Würde des Gründungs- und Ehrenpräsidenten der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein.
 

Herbert Weidling, freischaffender Architekt aus Kiel, Jahrgang 1920, hat sich seit den frühen fünfziger Jahren um die Gründung einer Architektenkammer bemüht. Ausgangspunkt war seine Tätigkeit im Karlsruher Büro Dr. Rösiger. Sein Chef förderte die Gründung einer Kammer für das damalige Nordbaden.
 

Als Weidling, zurückgekehrt nach Schleswig-Holstein, 1954 in die Juniorengruppe des BDA Kiel aufgenommen wurde, widmete er sich sofort energisch dem Thema. Zu diesem frühen Zeitpunkt führte er auch bereits Gespräche mit dem damaligen Vorsitzenden des VBI, Christian Fr. Petersen, zur Gründung einer Gesamtkammer von freiberuflich tätigen Architekten und Ingenieuren.
 

Noch intensiver wurden seine Bemühungen um die Kammergründung, als er 1959 Vorsitzender der Ortsgruppe Kiel wurde und in den Landesvorstand des BDA aufrückte.

Sein Einsatz verfolgte den Zweck, ein Architektengesetz mit Regelungen zum Schutz der Berufsbezeichnung Architekt zu schaffen, um so die Qualität im Bauwesen zu steigern. Herbert Weidling sah die Kammer auch schon früh als Instrument des Verbraucherschutzes.
 

1964 wurde die Kammer gegründet, nachdem Herbert Weidling seinen Einfluss in der CDU-Fraktion des Landtages geltend gemacht und sich Herbert Gerisch als junger Landtagsabgeordneter dieses Anliegen auf seine Fahnen geschrieben hatte. Darüber hinaus schmiedete Weidling eine „Altparteienkoalition“ mit Hans Jungjohann von der FDP und dem späteren Vizepräsidenten Dieter Rödenbek, SPD, so dass das Gesetzgebungsverfahren die Zustimmung des gesamten Landtages erfuhr. Begleitet wurde die Aktion von einer äußerst regen Pressearbeit. Die reale Arbeitsaufnahme der Kammer erfolgte 1966. Erster Präsident wurde Herbert Weidling.
 

Aus der aktiven Arbeit zog er sich dann zunächst 1971 zurück, weil sein Anliegen Realität geworden war. Als Präsident lagen ihm besonders das Wettbewerbswesen am Herzen sowie die Förderung des Berufsnachwuchses.
 

Er kehrte noch einmal ins Ehrenamt der Kammer zurück, als er 1983 im Arbeitskreis „LBO 2000“ tätig wurde und mit diesem Arbeitskreis wesentliche Impulse für die neue LBO 1983 gab. Herbert Weidling hat sich auch dadurch verdient gemacht, dass er von 1955 bis 1990 als bürgerliches Mitglied im Bauausschuss der Stadt Kiel tätig war, dass er im Beirat für Stadtgestaltung wirkte und zwölf Jahre im Landesplanungsrat.
 

Der Berufsstand verdankt Herbert Weidling viel, die Ehrung erfolgt mit Recht.
 

Dr. Klaus Alberts

Kontinuität und Solidarität

Kontinuität und Solidarität

 

Unter dieses Motto stellte der abtretende Präsident Uwe Ferdinand seinen Beitrag zur Kammerversammlung am 07. Juli 2009, mit dem er sich aus dem Amt verabschiedete:

 

Kammerversammlung am 07. Juli 2009

Abschiedsrede des Präsidenten Uwe Ferdinand

 

1964 wurde unsere Kammer gegründet, - lieber Herr Weidling -, Sie waren der Gründungspräsident, seither waren Sie auf fast jeder Kammerversammlung dabei und haben das Tun Ihrer Nachfolger aufmerksam und mit kritischen und deutlichen Worten begleitet. Seit 1981 sind Architekten und Ingenieure unter unserem Dach vereint – immer noch ein Vorbild für alle anderen Bundesländer, wie ich meine.

 

Ich freue mich sehr, dass Sie heute die Ehrenpräsidentschaft für dieses langjährige Engagement angenommen haben und gratuliere Ihnen noch einmal sehr herzlich dazu. Sie haben sich um unsere Kammer verdient gemacht!

 

Mich haben Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, 1997 auf den Präsidentenstuhl gewählt, - immerhin vor 11 Jahren -, und heute nehme ich Abschied von Ihnen.

Gestatten Sie mir einen Rückblick auf diese Jahre. Welches waren die für uns wichtigen Themen im Land, im Bund in der EU? Ich will mich dabei auf das Wesentliche beschränken.

 

In meiner Antrittsrede damals habe ich mit Ihnen darüber nachgedacht, dass ganz besonders unsere Tätigkeiten als Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Ingenieure abhängig sind von den gesellschaftlichen Verhältnissen, ihren geistigen Strömungen, ihren grundlegenden Zielen und Ideen.

Nur wenn Bürger und Politiker auf allen Ebenen - von der Gemeinde über das Land bis hin zur Europäischen Kommission - Gesetze und Regeln so formulieren, dass wir unser Wissen für die Gestaltung der Lebensumwelt auch einbringen können, nur dann kann unser Engagement Erfolg haben.

 

Deregulierung, schlanker Staat und liberalisierte Wirtschaft

Die grundlegende Frage für die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft ist, ob die vor allem von der Europäischen Kommission vorangetriebene uneingeschränkte Liberalisierung des Handels- und Dienstleistungsverkehrs den erhofften Fortschritt bringt, oder ob  nicht versucht werden muss, Handlungsrahmen für die Wirtschaft zu definieren, die außer dem Ziel der Gewinnmaximierung auch den Interessen der Gemeinschaft in sozialer, Umwelt- und Ressourcen schonender Hinsicht dienen. – So damals meine Frage.

 

Die Wirtschaftskrise hat jetzt den Glauben an die selbstregulierenden Kräfte des Marktes tief erschüttert, wie wir wissen. Der Staat greift plötzlich so regulierend ein, wie wir es uns vor 10 Jahren kaum hätten vorstellen können!

Wir müssen uns einmischen in diese grundlegende Diskussion, habe ich damals gefordert. Auf welchen Feldern waren wir dabei erfolgreich und auf welchen nicht?

 

·       Die Forderung nach Abbau von komplizierten und hemmenden Regeln und einem leistungsfähigen und bürgernahen Staat war und ist sehr berechtigt.

Das darf jedoch nicht dazu führen, dass Staat und Gemeinden sich zunehmend aus der Verantwortung zurückziehen. Wir brauchen den Regeln setzenden Bauherrn dringender denn je, damit ökonomische Interessen das Gemeinwohl nicht weiter an die Wand drücken.

Leider ist uns dieser verantwortliche, fachlich qualifizierte Bauherr seither weiter abhanden gekommen.

 

·       Auf Landesebene gibt es nach wie vor keinen Bauminister, wie in anderen Ländern üblich. Die Kompetenzen sind verteilt auf Wirtschaftsminister, Kultusministerin, Umweltminister, Innenminister und die „Baukultur“ schließlich ist angesiedelt in der Staatskanzlei des Ministerpräsidenten.

 

Unsere „Große Anfrage zur Baukultur“ im Jahre 2002 ist zwar fleißig von allen Ministerien beantwortet worden, hat wohl auch etwas Bewusstsein geweckt, unserer Anregung nach einem Runden Tisch zu diesem Thema wurde jedoch nicht entsprochen und die Idee einer „Landesstiftung Baukultur“ scheiterte schließlich kläglich nach vielen Gesprächsrunden und Zustimmung von allen Seiten daran, dass die Regierung noch nicht einmal den gleichen finanziellen Anteil wie wir einbringen konnte oder wollte.

 

Aufrufe werden hier erfahrungsgemäß nichts bewirken. Nur wenn es dem neuen Vorstand gelingt, hier vor den Neuwahlen direkte Ansprechpartner zu finden, könnte der Gesprächsfaden wieder aufgenommen werden.

 

Beim Ministerpräsidenten und seiner Staatskanzlei haben unsere Wünsche und das Thema Baukultur immerhin mittlerweile einen hohen Stellenwert. Er setzt sich für qualitätvolle Architektur, Wettbewerbe und eine gute Ausbildung unseres Nachwuchses ein. Zu hoffen ist, dass dies auch in seinen Ministerien ankommt.

 

·       Bei unserer GMSH dagegen, die für Landes- und Bundesbauten zuständig ist, fehlt uns seit dem Weggang von Herrn Basten ein qualifizierter und engagierter Berufskollege in der Führungsspitze.

 

·       Ähnlich traurig sieht es in den meisten Städten und Gemeinden aus. Die Leitungsebenen der Bauämter wurden zunehmend mit Verwaltungsbeamten besetzt, die statt eigene zukunftsgerichtete Ideen zu entwickeln, Handlungsanweisungen von Politikern entgegennehmen - Kiel ist ein beredtes Beispiel dafür.

 

Diese Form der Deregulierung haben wir nicht gemeint! Wir brauchen qualifizierte Ansprechpartner, mit denen wir im Hinblick auf die Gestaltung unserer Städte fachlich auf Augenhöhe verhandeln können!

 

Jetzt zum Thema Wettbewerb und freier Markt:

·       Unsere Büros stehen nach außen und untereinander in ständiger Konkurrenz, dies sind wir als Freiberufler gewohnt.

Der Wettbewerb bezieht sich auf unsere Leistungen, auf die planerischen und baulichen Ergebnisse unserer Arbeit und auf zufriedene Bauherren! Ein Preiswettbewerb, wie immer einmal wieder von der Politik gefordert, hätte dramatische Qualitätseinbußen zur Folge.

Dazu ist eine Honorarordnung wie bei Ärzten, Rechtsanwälten und Steuerberatern unabdingbar, um auf einer festen Grundlage mit unseren Bauherren verhandeln zu können.

Nach 12-jährigem Ringen, zuerst mit der Regierung Schröder und ihrem Wirtschaftsminister Clement, der sie mit Hinweis auf die EU-Dienstleistungsrichtlinie ganz abschaffen wollte, und dann mit der großen Koalition, ist es jetzt endgültig gelungen, unsere HOAI in der Substanz zu retten und unter anderem eine 10%-ige Erhöhung der Tabellenwerte zu erreichen. Im Bundesrat hatten wir dabei immer die Unterstützung der Landesregierung, wofür ich an dieser Stelle Dank sagen möchte.

 

Gelungen ist dies nur durch eine immer wieder neue konstruktive Kritik an den Novellierungsentwürfen im Zusammenspiel von BAK, BIK und AHO. Gemeinsam sind wir stark, - wenn wir nur wollen!

 

Eine weitere Regelung in diesem Zusammenhang ist

·       die Vergabeordnung für Freiberufliche Leistungen – VOF –

ebenfalls eine in deutsches Recht umgesetzte europäische Richtlinie, an die sich alle öffentlichen Auftraggeber halten müssen. Sie drohte unseren einheimischen kleinstrukturierten Büros die Luft abzuschnüren.

Hier ist dem ehemaligen Wirtschaftsminister Austermann zu danken, dass er unseren Wünschen entsprechend die Regeln für die Vergabe unterhalb des Schwellenwertes entscheidend entschärft hat, so dass Landeskinder wieder mehr zum Zuge kommen.

 

Zwei wichtige Erfolge also auf Landes- und Bundesebene für alle, die daran engagiert mitgewirkt haben!

 

Öffentlichkeitsarbeit – Wirb oder stirb!

Ein großer Teil unseres Haushaltes geht in die Öffentlichkeitsarbeit. Wir versuchen seit 10 Jahren verstärkt beim Bürger und der Politik das Interesse an Baukultur zu wecken, Kriterien für gute und schlechte Architektur, für lebenswerte Städte oder unwirtliche, für lebendige Stadträume und qualitätvolle Park- und Landschaftsgestaltung zu vermitteln. Dabei aber natürlich auch gleichzeitig das Wissen und Können unserer Berufe bekannt zu machen.

·       Am wirkungsvollsten hierbei hat sich der bundesweite „Tag der Architektur“ entwickelt, - bei uns im Lande teilweise auf Wunsch der Ingenieure getrennt davon der „Tag der Ingenieurbaukunst“.

Im letzten und vorletzten Jahr fand die Eröffnung durch Ministerpräsident Carstensen statt und der Bundesauftakt 2010 erfolgt im neuen Kieler Fährterminal. Für den Fall, dass Frau Merkel dann immer noch Bundeskanzlerin ist, steht der Termin in ihrem Kalender!

 

Aus etwa der doppelten Anzahl von Einsendungen wurden diesmal 38 ausgesucht, deren Türen von zufriedenen Bauherren und ihren Architekten geöffnet wurden. Fast 2.600 Bürger nahmen die Gelegenheit zur Besichtigung wahr, bei den Einfamilienhäusern war der Andrang erneut überproportional groß.

 

Und was ebenso wichtig ist: In allen Landeszeitungen wurde ausführlich vorher und nachher darüber berichtet.

 

·       Die großteils hochinteressanten „Norddeutschen Architekturtage“, die natürlich mehr für ein Fachpublikum gedacht waren, wurden 2005 nach der 24. Fortsetzung wegen mangelnder Beteiligung eingestellt. Unvergessen bleibt die Diskussion 2002 mit Stadtplanern und Architekten aus der ehemaligen DDR sowie dem Ingenieur Ulrich Müther mit seinen Schalenkonstruktionen. Für den, der es bis dahin nicht wusste: Die Planungs- und Baubedingungen im Arbeiter- und Bauernstaat waren diametral andere und wir haben keinen Anlass, mit Naserümpfen auf unsere Kollegen herabzusehen.

 

·       Ebenfalls eingestellt wurden unser Stand auf der NordBau und die Werkberichte in der Kieler Kunsthalle, beides weil der Aufwand die Breitenwirksamkeit nicht mehr rechtfertigte und das frühere studentische Klientel in Kiel jetzt fehlt.

 

·       Fortgesetzt werden jedoch

-       die Jahrbücher „Architektur in Schleswig-Holstein“

-       die finanzielle Unterstützung des „Architektur-Forums“ in Lübeck, des sehr erfolgreichen „Architektur-Clubs“ des BDA und der Architekturausstellungen des „Wenzel-Hablik-Museums“ in Itzehoe.

 

Getragen und fortgeführt durch die Kammer wird weiterhin

·       die Tätigkeit des „Archivs für Architektur- und Ingenieurbaukunst“ in Schleswig mit Herrn Höhns, - erinnert sei hier an die Ausstellung 2005 im Landeshaus über den Architekten Ernst Prinz und geplant ist eine neue im Museum Flensburg über den Architekten Moldenschardt.

 

Neu ins Leben gerufen wurden das

·       „ArchitekturQuartett“ in Kiel, gemeinsam mit dem BDA
Städtebauliche Planungen und neue Gebäude werden von Architekturkritikern und Fachleuten unter die Lupe genommen und mit dem hochinteressierten, zahlreichen Publikum diskutiert. Eine bisher sehr erfolgreiche Initiative, die sicherlich fortgesetzt wird. Ich rege an, diese Veranstaltung auch einmal in die sogenannte „Provinz“ zu tragen.

·       Filmprojekt „100 Jahre Architektur in Schleswig-Holstein“
Neu ist ebenfalls der Plan, ein Filmprojekt über „100 Jahre Architektur in Schleswig-Holstein“ zusammen mit Architekturkritikern und Filmfachleuten zu konzipieren. Es wird das erste dieser Art in einem Bundesland werden und soll u. a. im Fernsehen gezeigt werden, als Unterrichtsmaterial an den Schulen verwendet werden können und bei passenden Anlässen unser Land repräsentieren; der Film kann auch ein hervorragendes Instrument der Fremdenverkehrswerbung werden.

 

Fortgeführt wird auch künftig

·       Die Initiative „Architektur macht Schule“. Gemeinsam mit Kultusministerium und Lehrerfortbildung sollen Lernmaterialien für die Vermittlung im Kunst- und Geschichtsunterricht erarbeitet werden.

Dem Heranführen von Schülern an Architektur und Ingenieurbaukunst dienen auch die Wettbewerbe der Axel-Bundsen-Stiftung.

 

Frau Julius, Herr Bendfeldt und natürlich unser Ehrenpräsident Herr Hoffmann haben sich hier ganz besonders engagiert.

 

Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit gehört natürlich auch

·       unsere modernisierte Homepage, um die ich mich zusammen mit dem Präsidium, Herrn Struve und Herrn Bendfeldt intensiv gekümmert habe. Kammermitglieder haben jetzt einen schnellen Zugriff auf alle Informationen der Kammer, und Bauherrn werden über unsere Tätigkeitsfelder informiert:

Ähnlich wie schon für unsere Ingenieurkollegen waren nach intensiver Diskussion Suchfunktionen auch für Architekten eingerichtet worden, nach denen qualifizierte Ansprechpartner in der Region gefunden werden konnten, dies sollte gerade auch der Vielzahl unserer kleinen Büros den Zugang zum Markt erleichtern, ungefähr die Hälfte aller Länderkammern hat eine solche Suchfunktion eingerichtet.

Dann, als alles im Netz stand, kam plötzlich geharnischter Protest aus dem Hauptausschuss: Die jungen Büros, die noch nicht so viel gebaut haben, würden dadurch benachteiligt. Die Architekten im Vorstand haben daraufhin beschlossen, die Arbeit wieder einzustampfen, die sogenannte 2. Seite, auf der für alle Büros eine kurze Selbstdarstellung möglich ist, bleibt jedoch erhalten.

 

Und schließlich:

·       Die Regionalseiten unseres DAB sind nicht nur farbiger, sondern auch interessanter geworden. Hierzu habe ich in aller Bescheidenheit auch beigetragen und der künftige Vorstand sollte dies nicht aus den Augen verlieren.

 

Zusammengefasst:

Der breite Strauß unterschiedlicher Maßnahmen in der Öffentlichkeitsarbeit hat unser Gesicht in der Gesellschaft verdeutlicht und unser Gewicht im politischen Raum verbessert, - davon bin ich felsenfest überzeugt!

Auch für den neuen Vorstand wird weiterhin gelten müssen: „Tue Gutes und rede darüber.“

 

Versprechen müssen eingelöst werden.

Ein letzter wichtiger Punkt, liebe Kammermitglieder:

·       Wir versprechen unseren Bauherren eine engagierte Betreuung; wir versprechen einen energiesparenden und besseren Entwurf als beim Haus von der Stange; wir geloben, die Kosten einzuhalten und eine mängelfreie und termingerechte Fertigstellung des Traumhauses, der Schule, des Bürogebäudes oder des Schwimmbades.

Unsere ganze Öffentlichkeitsarbeit ist für die Katz, wenn eine dieser Zusagen in der realen Umsetzung nicht eingehalten wird.

Sie wissen, dass da immer noch große Vorurteile bei der Bevölkerung bestehen: Mit Architekten wird immer alles teurer!, heißt es. Obgleich die meisten Bauherren nach Fertigstellung ihres Hauses sehr zufrieden sind und zum Teil Freundschaften aus dieser intensiven Zusammenarbeit entstehen, bestätigen dann einzelne, zumeist auch größere Bauvorhaben dann immer einmal wieder diese Vorurteile.

Ich habe neulich den Bauherrn eines großen öffentlichen Gebäudes angerufen, um ihn zu bitten, im DAB über das gebaute Ergebnis eines Wettbewerbes zu berichten: Der Bericht wurde lieber nicht veröffentlicht.

Trotz vorgegebenem klarem Kostenrahmen schon in der Auslobung, hätte dann die erste Kostenschätzung nach Auftragsvergabe an den 1. Preisträger 50% darüber gelegen. Der Architekt hätte dann gemeint, das sei doch ganz normal, mir hat es etwas die Sprache verschlagen.

Also: Das Wichtigste für unser aller Öffentlichkeitsarbeit sind natürlich zufriedene Bauherren, denn jeder Bauherr ist ein Kommunikator!

 

In diesen Zusammenhang gehört ein weiterer Punkt:

·       Wer heute glaubt, seine Aufgaben noch mit dem Wissen wahrnehmen zu können, das er vor 10 oder 20 Jahren im Studium erworben hat, den wird „das Leben bestrafen“.

Aus gutem Grund sind Sie alle im „Architekten- und Ingenieurkammergesetz“ verpflichtet, sich laufend fortzubilden.

 

Im März 2006 wurde in Anbetracht der geringen Zahlen von Fortbildungswilligen eine Fortbildungsverordnung verabschiedet: 1 ½ Tage im Jahr - das ist nun wirklich ein Minimum - sollen Sie nachweisen und erhalten dafür ein Zertifikat, mit dem Sie werben können.

 

Trotz des guten und großen Angebotes, jetzt zusammen mit der Hamburger Kammer, sind es nach wie vor nur 330 – 360 von Ihnen, also 10% unserer Mitglieder, die dieser Verpflichtung nachkommen, das dürfen wir gar nicht öffentlich kundtun!

Andere Kammern haben dieses Thema nicht mit Belohnung gelöst, sondern ahnden uneinsichtige Kollegen.

Der neue Vorstand und der Hauptausschuss werden sich überlegen müssen, was hier zu tun ist.

 

Neben unserer eigenen Fortbildung ist hier natürlich auch

·      die Ausbildung an der FH Lübeck für unseren Nachwuchs von entscheidender Bedeutung.

Über unsere und meine sehr engagierte, kritische Begleitung dessen, was uns die Politik hier seit 2003 noch unter Heide Simonis an Entscheidungen beschert hat, habe ich immer wieder berichtet.

Neben dem zwischen AIK und Hochschule jetzt abgeschlossenen „Partnerschaftsvertrag“, mit Hilfe dessen wir die Schule inhaltlich und in der Ausbildung unterstützen wollen, - ich berichtete -, hatten wir gleich Anfang des Jahres Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten unsere Sorgen um die bauliche Entwicklung vorzutragen und siehe da, es wird jetzt tatsächlich mehr Geld in die Hand genommen und ein gesamthaftes Konzept entwickelt in funktionaler, technischer und gestalterischer Hinsicht. Auch hier hat sich also 5-jähriges „Bohren dicker Bretter“ hoffentlich gelohnt.

 

Jetzt aber zum heutigen Tag:

Die lang währende innere Strukturreform unserer Kammer findet heute ihren entscheidenden Abschluss:

Sie wählen heute 5 statt der bisherigen 12 Ehrenämter in den neuen Vorstand. 2 Architektinnen oder Architekten und 2 Ingenieure, die jeweils von ihren Berufsgruppen vorgeschlagen wurden, sowie ein Mitglied unabhängig von der Fachrichtung – er wird damit entscheidend verkleinert.

 

Aus diesem Vorstand wird anschließend das dreiköpfige Präsidium gewählt. Die Festlegung, dass immer ein Architekt Präsident sein soll, entsprechend der überwiegenden Mehrzahl der Mitglieder, ist gefallen.

Auch die basisdemokratischen Ansätze dieser Reform sind erhalten und der von den Ingenieuren geforderten Gleichberechtigung ist auf der Architektenseite nachgegeben worden. Gewählt werden sollen also künftig Personen, nicht Interessenvertreter ihrer Berufsgruppen, ebenso wie im Hauptausschuss!

Die Änderung des Architekten- und Ingenieurkammergesetzes im Hinblick auf die Position des Geschäftsführers wird im Laufe dieses Jahres in Kraft treten, so dass dann gemeinsam mit Herrn Dr. Alberts ein neuer Geschäftsführer gesucht werden kann, der nicht mehr von Beginn an auch Vorstandsmitglied ist.

 

Nur wenn der Geist der Gleichberechtigung und Solidarität über die Berufsgruppen hinweg auch wirklich verinnerlicht wird, wird diese bundesweit einmalige Reform Erfolg haben. Nur wenn im neuen Vorstand der Drang zur Profilierung einzelner Berufsgruppen zurückgefahren wird, kann der erhoffte Gewinn eintreten.

Sie ahnen, warum ich dies so betone, im letzten Vorstand war dies - zurückhaltend ausgedrückt – nicht immer gegeben.

 

Jetzt ist es Zeit zu danken!

Ich danke meinen Vorstandsmitgliedern, die mich teilweise über die ganze Zeit begleitet haben. Wir haben gemeinsam in vielen, sehr engagierten Diskussionen unsere Kammer für Sie alle modernisiert und immer wieder den neuen Anforderungen gegenüber Politik und Wirtschaft Antworten gefunden. Unser Bild in der Öffentlichkeit und gegenüber unserer Landesregierung ist geschärft worden, auch mit Hilfe der Presse, die unsere anspruchsvollen Themen aufgenommen hat, auch dafür gilt es zu danken!

 

Dank sagen möchte ich nicht zum ersten Mal, aber heute zum letzten Mal, unserer Geschäftsstelle.

Zuerst Dr. Alberts: Lieber Klaus, wir haben uns das Leben nicht immer einfach gemacht, aber aus Reibung entsteht auch das Feuer für neue Ideen! Stets jedoch war eine grundlegende Solidarität vorhanden und die gegenseitige Sympathie, die notwendig ist, um eine so lange Zeit gemeinsam für das Wohl unserer Mitglieder zu handeln. Du hast Dich seit 1978, also seit über 30 Jahren weit über das Maß eines normalen Geschäftsführers hinaus für diese Kammer eingesetzt. Deine persönlichen Verbindungen zu den politisch Handelnden im Lande sind fast unersetzlich. Wir haben unvergessliche gemeinsame Erlebnisse gehabt. Am eindrucksvollsten ist mir unsere Reise nach Königsberg in Erinnerung, wo wir versucht haben, bei viel Wodka den dortigen Kollegen die Idee einer Kammergründung nahe zu bringen und sich die Gelegenheit bot, diese einstmals blühende Landschaft in ihrem deprimierenden Verfall zu besichtigen.

Aus unserer Sympathie ist in all diesen Jahren Freundschaft geworden, die ich auch künftig nicht missen möchte, lieber Klaus!

Es war eine gute und für mich sehr anregende Zeit. Ich danke Dir dafür!

 

Unsere Geschäftsstelle ist in den letzten Jahren personell immer kleiner geworden. Um die dagegen immer größer werdenden Aufgaben zu meistern, gehört im Gegenzug dazu eine optimale Arbeitsorganisation und hoch motivierte Mitarbeiterinnen. Das sind Sie alle, meine Damen, jede in ihrem Aufgabenbereich! Dem Alphabet nach: Ich bedanke mich bei Frau Behr, Frau Maurer, Frau Siedentopf, Frau Sprung und Frau Thümer für ihren Einsatz und für die trotz aller Arbeit immer freundliche und fröhliche Atmosphäre in unserer Geschäftsstelle.

 

Schließlich gilt mein Dank noch allen denen, die sich ehrenamtlich für unsere Kammer engagieren, - insgesamt 130 Personen! Besonders jedoch natürlich allen Ausschussmitgliedern, ihren Vorsitzenden, Herrn Rimpf als Koordinator des Hauptausschusses und den Kompetenzfeldern mit ihren Sprechern. Die Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt und ohne sie alle wäre die Kammerarbeit in der jetzigen Form nicht möglich.

Dem neuen Präsidenten, den Sie heute wählen, und seinem Vorstand wünsche ich Erfolg auf der Brücke des Großseglers AIK.

Mast- und Schotbruch!