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BIM für öffentliche Auftraggeber

Handbuch für die Einführung von Building Information Modelling (BIM) durch den europäischen öffentlichen Sektor

 
BIM für öffentliche Auftraggeber

Handbuch für die Einführung von Building Information Modelling (BIM) durch den europäischen öffentlichen Sektor

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Strategische Maßnahmen zur Verbesserung der Leistung des Bauwesens:
Wert schöpfen, Innovationen vorantreiben und Wachstum steigern

Das Handbuch für die Einführung von Building Information Modeling (BIM) durch den europäischen öffentlichen Sektor ist nun auch in deutscher Sprache verfügbar.

Sie können es hier im pdf-Format herunterladen.

 

Vorwort des Herausgebers

Cover_BIM Handbuch fuer oeffentliche Auftraggeber“Liebe Leserinnen und Leser,

das europäische Baugewerbe steht im Mittelpunkt verschiedener großer, aber auch vielversprechender wirtschaftlicher, umweltpolitischer und gesellschaftlicher Herausforderungen. Auf den Sektor entfallen 9 % des BIP der EU und 18 Millionen Beschäftigte. Das Bauwesen ist ein wirtschaftlicher Wachstumsmotor und beherbergt drei Millionen Unternehmen, die meisten davon KMU.

Klimawandel, Ressourceneffizienz, höhere Ansprüche an die Sozialfürsorge, Verstädterung und Zuwanderung, eine alternde Infrastruktur, die erforderliche Stimulierung des Wirtschaftswachstums sowie knappe Kassen – dies sind die Herausforderungen, mit denen Regierungen, Eigentümer öffentlicher Infrastrukturen sowie die Gesellschaft insgesamt konfrontiert sind. Ein innovativer, wettbewerbsfähiger und wachsender Bausektor spielt bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine zentrale Rolle.

Wie andere Sektoren durchläuft auch das Bauwesen, das zuvor von nur mäßigen Produktivitätsverbesserungen profitierte, seine eigene „digitale Revolution“. Die Methode Building Information Modelling (im Folgenden “BIM”) wird von verschiedenen Teilen der Wertschöpfungskette rasch als strategisches Instrument zur Erzielung von Kosteneinsparungen, Produktivitäts- und Betriebseffizienzsteigerungen, einer höheren Infrastrukturqualität sowie einer besseren Umweltleistung angenommen.

Die Zukunft ist heute und es ist an der Zeit, ein gemeinsames europäisches Konzept für diesen Sektor zu entwickeln. Sowohl das öffentliche Auftragswesen – auf das ein Großteil der Bauausgaben entfällt – als auch politische Entscheidungsträger können eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, zu einer verstärkten Nutzung von BIM anzuregen, um Innovationen und nachhaltiges Wachstum zu fördern, während zugleich unsere KMU aktiv einbezogen werden und ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis für den europäischen Steuerzahler erzielt wird.

Die europäische Arbeitsgruppe „EU BIM Task Group“, unterstützt von der Europäischen Kommission, wurde für ihre wegweisende Arbeit an einem gemeinsamen Rahmen für die breite Einführung und Bereitstellung einer gemeinsamen Definition von BIM für den öffentlichen Sektor in Europa jüngst mit dem ersten „European BIM Summit Award“ ausgezeichnet.
An dieser Stelle möchte ich der Gruppe für ihre herausragende Arbeit als Wegbereiter für die Digitalisierung des Bausektors durch ihr gemeinsames europäisches Vorgehen und ihr Handeln als zentrale Behörde und Informationsquelle für öffentliche Akteure in Europa meinen Dank aussprechen.

Ich bin der Überzeugung, dass dieses Handbuch und seine breite Verwendung zu einem offenen, wettbewerbsfähigen und weltweit führenden digitalen Binnenmarkt für das Baugewerbe beitragen wird, und rufe zu einer möglichst breiten Annahme und Nutzung auf. Ferner rege ich zu verstärkten Gesprächen im öffentlichen und privaten Sektor mit dem Ziel weiterer kollektiver Maßnahmen an.

Die EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska
Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU”

Zehn Argumente für das Bauen mit einem freien Architekten

Das Institut für Wissen in der Wirtschaft GmbH & Co. KG Würzburg informiert

 
Zehn Argumente für das Bauen mit einem freien Architekten

Das Institut für Wissen in der Wirtschaft GmbH & Co. KG Würzburg informiert

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von Rolf Weber, freier Architekt, Gosheim

Private Bauherren machen mit Architekten weit bessere Erfahrungen als mit Bauträgern. Das ist das Ergebnis einer – von der Bundesarchitektenkammer unterstützten – Umfrage des Berliner Instituts Spreefeld unter mehr als 1.000 Bauherren, die veröffentlicht worden ist (www.spreefeld.de). Der Gosheimer Architekt Rolf Weber hat eine „Zehn-Argumente-Checkliste“ erstellt, warum Bauherren, die mit einem Architekten bauen, meist besser fahren. Diese stellen wir Ihnen nachfolgend vor. Die Checkliste steht auch im Online-Service (www.iww.de) unter der Rubrik „Checklisten“ als pdf- und rtf-Datei zur Verfügung. Sie dürfen sie also ausdrucken und für Ihre Belange verwenden.

1. Bauen mit einem Bauträger ist nicht kostengünstiger

Bauen mit einem Bauträger ist – entgegen vollmundiger Werbeaussagen – nicht kostengünstiger. Das beweist unter anderem eine Broschüre der „Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg“ zum Bau des Finanzamts in Ludwigsburg.

Bau des Finanzamts Ludwigsburg als Nachweis

Im Rahmen eines bundesweiten Pilotversuchs wurden im Jahr 1998 unterschiedliche Modelle zum Bau des Finanzamts Ludwigsburg untersucht. Die einzelnen Modelle waren die eines Generalunternehmers, Leistungsverzeichnisse nach Fachlosen, Finanzierungsangebote und Investorenlösungen.

Ergebnis: Die Vergabe nach Fachlosen, sprich Einzelgewerken, war für das Land am kostengünstigsten. An zweiter Stelle mit Mehrkosten von 5,18 % kam ein GU mit Leistungsprogramm (siehe auch Punkt 5), gefolgt von einem Investorenmodell mit 9,24 % Mehrkosten und einem GU mit Fachlosen mit 15,74 % Mehrkosten.

Das Land entschied sich für die konventionelle Vergabe nach Einzelgewerken, mit deutlichen Kostenvorteilen gegenüber der Generalunternehmer-Beauftragung.

2. Planer liefert die Handwerkerleistung kostengünstiger

Bauherren, die mit Architekten als Treuhänder arbeiten, erhalten die Handwerkerpreise günstiger als vom GU. Der Grund: Der ausführende Handwerker hat seinen kalkulierten Preis für eine bestimmte exakt definierte Arbeit. Diese kann er einem GU oder genauso Ihnen bzw. Ihrem Architekten anbieten.

Der GU muss allerdings auf das Angebot des Handwerkers noch folgende Zuschläge aufrechnen:

  • Seinen Aufwand für die Einholung und Prüfung der Angebote.
  • Seinen Aufwand für die Überwachung des Handwerkers am Bau und für die Abrechnung mit seinen Subunternehmern.
  • Sein Risiko für den Haftungsausfall der ausführenden Firma (zum Beispiel durch Insolvenz innerhalb der Gewährleistungsfrist von fünf Jahren).
  • Einen Zuschlag für seinen Gewinn.

Es ergibt sich also die gleiche Situation wie bei der Einschaltung eines Zwischenhändlers. Das zu kaufende Produkt wird – immer vorausgesetzt es ist gleichwertig – deutlich teurer als bei der direkten Abnahme vom Hersteller.

3. Wo haben Sie Einfluss auf Wahl der Bauausführenden?

Als Architekten schreiben wir für die Ausführung diejenigen Firmen an, die Sie als Bauherr vorschlagen bzw. die wir gemeinsam für geeignet halten. Der unbezahlbare Erfahrungsschatz der Architekten hilft bei der Auswahl guter Handwerker. So werden von vornherein Baumängel und Nachbesserungen vermieden. Und Sie riskieren auch keine unerwartete Kostensteigerung durch eine Verzögerung bei der Fertigstellung.

Bei einem GU haben Sie in aller Regel keine Einflussmöglichkeit auf die Auswahl von Firmen, ohne Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Es kann Ihnen bei kritischen Gewerken – wie zum Beispiel den Elektroarbeiten – also durchaus passieren, dass diese eine Firma aus weit entfernten Bundesländern oder sogar aus Billiglohnländern ausführt. Die Folge davon sind oft Schwierigkeiten mit Nachinstallationen, Ersatzteilbeschaffungen und sonstigen Arbeiten. Denken Sie auch an Ihren „Hauselektriker“, der in Ihrem Betrieb oder bei Ihnen zuhause eine Viertelstunde nach Ihrem Anruf vor der Tür steht. Er hat sicher wenig Verständnis dafür, wenn die Installation im Zuge einer Baumaßnahme von einer unbekannten Firma ausgeführt wurde und er danach wieder die tägliche Kleinarbeit leisten soll.

4. Spart Bauträgermodell dem Bauherrn wirklich Arbeit?

Wenn Sie Ihr Gebäude „schlüsselfertig“ beziehen möchten, sparen Sie Aufwand oder Arbeit – vordergründig. Nämlich dann, wenn

  • Sie nicht hinterfragen, ob der Preis für die erbrachte Leistung gerechtfertigt war,
  • es Ihnen gleichgültig ist, ob Sie für das gleiche Geld nicht vielleicht hätten Besseres bekommen können,
  • Sie nicht wissen möchten, ob die Bauprodukte Ihre Ansprüche an Wertigkeit erfüllen,
  • Sie all diese Entscheidungen – und noch viel wichtiger die Überwachung der getroffenen Entscheidungen – vertrauensvoll einer Person oder Firma überantworten, die alles andere als unabhängig ist.

Ein freier Architekt bietet Ihnen dagegen an, als Ihr Sachwalter so viel Arbeit und Verantwortung zu übernehmen, wie Sie dies individuell wünschen und mit ihm vereinbaren.

5. Bürgt ein Bauträger für Leistung und Qualität?

Das Leistungsprogramm und die Qualifikation des Bauträgers sind Grundlage für das Gelingen eines Bauprojekts. Hier müssen Sie ganz genau hinschauen. Leistungsbeschreibungen wie zum Beispiel

  • „im Bad weiße hochwertige Fliesen“
  • „Innentüren Furnier beschichtet“
  • „Kunststofffenster weiß, Glas u=1,1“

sind keine Leistungsbeschreibungen, sondern allenfalls funktionale Beschreibungen oder Beschreibungen eines Zustands, nicht aber einer Qualität.

Da ein Bauträger als Unternehmer eine Gewinnmaximierung anstreben wird, ist er versucht, Produkte einzubauen, die dieser Beschreibung zwar gerecht werden, für ihn aber möglichst kostengünstig zu beschaffen sind und die Gewährleistungszeit von fünf Jahren gerade so überstehen.

Beispiel „Fliesen“

Die obige Beschreibung „Fliesen“ enthält zum Beispiel keine Angaben über die Fliesenart wie Steinzeug, Steingut, Feinsteinzeug. Außerdem fehlen Angaben, welche Anforderungen diese Fliesen erfüllen sollen.

Unser Tipp: Eine sinnvolle und damit auch für Vergleichsangebote verwertbare Angabe für die Fliesen wäre zum Beispiel

  • „Fliese Fabrikat Miliosa, 1. Wahl, Abmessung 30/60cm, Beanspruchungsgruppe III, Farbe multicolor, rutschhemmend R10, Verlegung im Dünnbett mittels kunststoffvergütetem Mörtel, Verfugung hellgrau.“

Beispiel Türen

Bei den Türen stellt sich zum Beispiel die Frage nach der Klimaklasse, der Qualität des Türblatts (Waben, Röhrenspanstreifen, Röhrenspanplatte oder Vollspanplatte), nach Hersteller, Material und Qualität der Drücker und der Bänder.

Sie sehen also, dass auf einer bauträgertypischen „Leistungsbeschreibung“ kein Vergleichsangebot eines anderen Bieters möglich ist. Es gewinnt hier derjenige den Wettbewerb, der die billigste Fliese und die billigste Türe verbaut, unabhängig davon, ob diese Pauschalangebote Ihren wirklichen Vorstellungen entsprechen.

Ein weiteres Problem ist die Qualifikation des Bauträgers und insbesondere dessen Subunternehmer: „Die Schäden sind absehbar, der Pfusch am Bau ist programmiert“, fasst zum Beispiel Rüdiger Mattis, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB) seine aktuellen Beobachtungen auf Baustellen zusammen. „Immer mehr Bauträger arbeiten mit unqualifizierten Subunternehmern. Um die Kosten zu drücken, suchen sie sich die billigste Firma aus. Wer sich seinen Traum vom Bauträger und Schlüsselfertiganbieter erfüllen lassen möchte, der sollte seinen Vertrag unbedingt bereits vor der Unterzeichnung von einem unabhängigen Bausachverständigen prüfen lassen“, rät der unabhängige Bauexperte.

6. Auch bei einem Bauträger fallen Planungskosten an

Bauträger werben im Verkaufsgespräch oft damit, dass bei ihnen keine oder geringere Planungs- und damit Architektenkosten anfallen als beim Bauen mit einem Architekten. Diese Aussagen sind nichts als Legenden. Wahr sind zwei Dinge:

Legende 1: GU hat Planungsaufwand von Null

Unabhängig davon, ob Sie uns als freie Architekten oder einen Bauträger einschalten, entsteht immer ein Planungsaufwand. Die Grundleistungen des § 15 HOAI muss jeder erbringen.

Wenn Sie mit einem Architekten bauen, werden Ihnen diese Kosten der Planung transparent und nachvollziehbar aufgelistet. Im Falle des Bauträgers hingegen werden diese oftmals in einem Gesamtpaket angeboten bzw. den Baukosten zugeschlagen. Wer sagt, es entstehen bei ihm hierfür keine Kosten, der plant und überwacht nicht, oder er rechnet diese Kosten verständlicherweise an anderer Stelle ein.

Legende 2: Architektenkosten sind höher als GU-Planung

Ein anderer – gerne genannter – Punkt ist, dass Architektenkosten teurer sind als die Kosten der eigenen Planer des GU. Es stellt sich hier die Frage, welche Qualifikation der Planer besitzt, wenn er so viel günstiger als der Architekt sein soll. Handelt es sich in diesem Fall um Architekten oder eventuell um angelernte Hilfskräfte, denen Sie Ihr Bauvorhaben anvertrauen?

Fazit: Wie in jeder anderen Branche auch, werden für bestimmte Aufgaben hoch qualifizierte erfahrene Mitarbeiter benötigt. Außerdem erlaubt der Gesetzgeber keinen Preiswettbewerb, sobald Architektenleistungen zu erbringen sind. Dieser Grundsatz gilt unabhängig davon, ob die Planungsleistungen von einem freien Architekten oder von einem GU erbracht werden (siehe auch Punkt 10).

7. Wer überwacht die Arbeiten vor Ort besser und günstiger?

Bauen Sie mit uns als freien Architekten, erfüllen wir die Aufgabe der Bauüberwachung im Rahmen der Leistungsphase 8. Auf die Überwachung der Bauleistung entfallen 31 Prozent unseres Gesamthonorars. Ein Drittel unserer Arbeit besteht also allein aus der Überwachung der Bautätigkeiten.

Im Falle des GU entstehen diese Kosten vordergründig nicht. Intern fallen sie jedoch auch für den GU an, da auch er die Arbeit seiner Fremdfirmen überprüfen muss. Die Frage, die sich jedoch nun für Sie als Auftraggeber stellt, lautet: Wer überwacht den GU, dass er die Leistung der Bauüberwachung tatsächlich im erforderlichen Umfang erbringt?

Diese Arbeiten erfüllen freie Architekten in der Lph 8

Architekten koordinieren die einzelnen Gewerke und überprüfen, ob diese entsprechend dem Stand der Technik, mit der geforderten Qualität und nach der vereinbarten Planung und Beschreibung bauen. Wir erarbeiten einen Zeitplan und überwachen seine Einhaltung. Wir fordern die Firmen auf, etwaige Mängel zu beseitigen, unterstützen Sie bei der vertragsgemäßen Abnahme der Leistungen, erstellen mit den Baufirmen Aufmaße vor Ort und prüfen die Rechnungen auf ihre fachliche und rechnerische Richtigkeit.

Während der Hauptbauphase muss der Bauleiter nach Bedarf täglich, oft sogar mehrmals täglich vor Ort auf der Baustelle sein.

Kürzere Bauzeit als „Besondere Leistung“ des GU?

Gerne wird als besonderer Vorteil des „Alles in einer Hand“ die angeblich kürzere Bauzeit herausgestellt. Dazu muss man aber wissen, dass die Bestimmung und Einhaltung der Bauzeit eben nicht von der Unternehmereinsatzform sondern von der Planung, der Bauweise, der Personal- und Gerätekapazität sowie deren professioneller Koordination abhängt.

Fazit: Erfahrene Architekten mit Fachkompetenz und Leistungsvermögen werden hierbei jedem seriösen Vergleich mit Schlüsselfertiganbietern standhalten.

8. Ist der Bauträger so wie der Architekt ein „Sachwalter“?

Der freie Architekt war und ist dazu verpflichtet, „Sachwalter“ des Bauherrn zu sein. Er übt seinen Beruf nach den Grundsätzen der freien Berufe aus und muss seine Unabhängigkeit in der Berufsausübung wahren. Im Rahmen seiner Sachwalterstellung muss der freie Architekt Sie als Bauherrn

  • unabhängig bei der Entwicklung des Gebäudes beraten,
  • Ihnen die für den Bau wirtschaftlich und fachlich geeignetsten Baufirmen empfehlen,
  • auf die geeignetsten (und neuen) Bauprodukte hinweisen,
  • eine tadellose Bauausführung überwachen und sicherstellen,
  • die Interessen von Ihnen als Bauherr gegenüber den Handwerkern vertreten.

All dies kann der Architekt nur gewährleisten, wenn er Sachwalter, also frei und unabhängig, ist. Einen GU wird man nicht ernsthaft als „Sachwalter“ oder „Treuhänder“ des Auftraggebers bezeichnen dürfen. Er ist vielmehr ein Vertragspartner, der nach Gewinn strebt. Schwarz auf weiß steht das in einem Urteil des Landesberufsgerichts Baden-Württemberg aus dem Jahr 1988.

Aus einem Urteil des Landesberufsgerichts 1988

„… Derjenige, der ein Bauwerk auf eigene Rechnung errichtet und schlüsselfertig anbietet, wird auch alles daran setzen, eine gute Leistung zu erbringen. Es soll keinem Baugewerbetreibenden unterstellt werden, dass er nicht sein Bestes geben will. Er verdient aber im Gegensatz zum freien Architekten daran, wenn er das Bauwerk „billig“ herstellt, Mängel vertuscht usw. Vor allem in Krisensituationen besteht die Gefahr, dass er durch „Einsparungen“ seinen Gewinn zu vermehren und seinen Verlust zu vermindern versucht. Deshalb kann ihm keine Sachwalterstellung zukommen. Vielmehr ist er ein echter „Vertragspartner“, der nach Gewinn strebt, dem gegenüber deshalb kritische Wachsamkeit angebracht ist. Gerade um ihn zu überwachen, bedarf es des „freien Architekten“….

9. Bauherrn-Risiko bei Architekten- und GU-Vergabe gleich?

Punkt 9, der für das Bauen mit einem freien Architekten spricht, ist, dass hier das finanzielle Risiko für Sie als Bauherr wesentlich überschaubarer (und damit niedriger) ist als bei einer GU-Vergabe.

Risiko 1: Wer ist Vertragspartner beim GU-Vertrag?

Das fängt bei der Frage an, wer bei einer GU-Beauftragung hinter Ihrem Vertragspartner steckt. Oft sind es zum Beispiel „Drei-Mann-GmbH’s“ mit einem kleinen Büro, die Ihnen ein Millionenprojekt anbieten. Was passiert, wenn diese Firma während der Bauzeit in Schwierigkeiten gerät? Selbst wenn Sie finanziell durch Bürgschaften abgesichert sind, kommt es zu nicht aufholbaren Zeitverzögerungen und endlosen Prozessen und Verhandlungen. Würden Sie in Ihrem Betrieb mit solchen Firmen und Anbietern Geschäfte abschließen?

Risiko 2: Überzogene Zahlungspläne

Im Bauträgergeschäft sind außerdem nicht selten überzogene Zahlungspläne anzutreffen. Sie bergen enorme Gefahren für Sie als Bauherr: Muss der Bauträger Insolvenz anmelden, haben Sie das Nachsehen. Sie bleiben auf einer unfertigen Bauruine sitzen. Obendrein verlieren Sie das gesamte voraus gezahlte Geld. Denn Bauträger sind in der Regel Gesellschaften mit beschränkter Haftung und haften im Insolvenzfall nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Und das deckt in keinem Fall die Schäden.

Zugegeben: Auch bei einer Direktvergabe von Einzelgewerken haben Sie keine Garantie, dass immer alles so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben. Aber wenn etwas schief geht, dann ist vielleicht eines von vielen Gewerken betroffen, aber nicht das gesamte Projekt gefährdet.

10. Der Vorteil der getrennten Planung und Ausführung

Mit der Beauftragung eines Architekten als freiem Berater und Treuhänder haben Sie das wichtigste Prinzip beim Bauen beachtet: Die eindeutige Trennung von Bauplanung und Bauausführung.

Was vollmundig formulierte Werbeanzeigen gern als Vorteil verkau- fen – die Planung und Ausführung durch einen und denselben Anbieter – kann in der Praxis schnell zum Problem werden. Denn ein Unternehmer, der sowohl plant als auch baut, muss stets die eigene Rendite im Auge behalten. Er arbeitet oft mit festen Vertragspartnern, anstatt Leistungen auszuschreiben. In diesem Fall gibt es keine dritte, unabhängige Instanz, die Qualität und Preise kontrolliert. Hinzu kommen meist Risikoaufschläge, die unabhängig von tatsächlich auftretenden Kosten berechnet werden.

Ein Architekt hingegen arbeitet als diese unabhängige „dritte Instanz“. Er sorgt dafür, dass die Qualität stimmt und die Kosten transparent bleiben. Er berät Sie mit seinem ganzen umfangreichen Fachwissen. Er koordiniert und kontrolliert alle am Bau Beteiligten.

Dabei können Sie Ihrem Architekten von Anfang an quasi direkt ins Portemonnaie sehen. Denn die Architektenhonorare sind vom Gesetzgeber in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) klar und verbindlich festgeschrieben. Das heißt, dass alle Architekten auf derselben Honorarbasis arbeiten. Sie bieten ihre Leistung also nicht in einem Preis- sondern einzig und allein in einem Qualitätswettbewerb an.

Regionale Baukultur & “Baukulturismus”

Heimatgefühl – Regionalentwicklung – Wirtschaftsfaktor

 
Regionale Baukultur & “Baukulturismus”

Heimatgefühl – Regionalentwicklung – Wirtschaftsfaktor

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Im Jahr 2016 starteten die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein und der Tourismusverband Schleswig-Holstein ein neues Kapitel vielversprechender Kooperationen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im November kamen Touristiker und Planer zusammen, um gemeinsam herauszuarbeiten, wie eng die Themen Architektur und Tourismus zusammenhängen. Uns verbindet der Wunsch, den individuellen Charakter unseres Bundeslandes zu pflegen und zu fördern. Wir möchten Bauherren, Bürger, Politiker und Bauschaffende sensibilisieren und motivieren, sich für die Kontinuität einer individuellen Planungs- und Baukultur ihrer Orte und ihrer Regionen einzusetzen. Dabei kann regionale Baukultur eine doppelte Funktion erfüllen: Einerseits wird die Attraktivität einer Destination gesteigert, andererseits kann Nachfragedruck aus dem Tourismus als Impuls genutzt werden, um bauliche Qualität zu erzeugen.

Teilweise sind die vertrauten Bilder unserer Städte und Dörfer in den letzten Jahrzehnten in dramatischem Ausmaße durch kurzlebige Moden und zeitgeistige Planungen uniformiert worden. Und das, obwohl jedes Ortsbild bzw. jede Region eine eigene Architektursprache spricht, die sich über Jahrhunderte aus den Erfahrungen mit dem Klima, mit Baumaterialien und der Topografie entwickelt hat. Und gelegentlich ist Beteiligten und Einwohnern gar nicht recht bewusst, welches die baulichen Besonderheiten der regionalen Bausubstanz und des heimischen Baustils sind.

Um Synergien von regionaler Baukultur und Tourismus zu realisieren, möchten wir weiteren Austausch und weitere Bündnisse aus Multiplikatoren und Interessierten ermöglichen, denen die Weiterentwicklung der naturräumlichen und gebauten Umwelt am Herzen liegt. Unser Anliegen ist dabei eine Baukultur, die nicht nur auf herausragende Einzelgebäude zielt, sondern auch in der Alltagsarchitektur durch hochwertige Gestaltung, regionale Bezüge, Materialien und Bautechniken die lokale Identität stärkt und auf diese Weise zu unverwechselbaren, authentischen Eindrücken vor Ort beiträgt.

Schließlich ist es u.a. diese Authentizität, diese Unverwechselbarkeit, die auf Urlauber anziehend, im Idealfall sogar unwiderstehlich wirkt – und Einheimische stolz auf ihre Heimat macht. Angelockt von regionaltypischen Angeboten, vom authentischen Wesen einer Region kommen Urlauber immer wieder, bestätigen die Beliebtheit Schleswig-Holsteins als Urlaubsregion – und halten den „Wirtschaftszweig Tourismus“ auf Wachstumskurs.

Ziel sollte sein, regionale Baukultur als imageprägendes Element in alle Bereiche des Destinationsmanagements zu integrieren und so die erforderliche Bewusstseinsbildung bei Anbietern und Gästen gleichermaßen voranzutreiben. Das koordinierte Miteinander von Architektur und Tourismus lohnt sich, weil es zu einer zukunftsfähigen Regionalentwicklung beiträgt. Gutes Bauen ist eine kulturelle Leistung. Und gute zeitgenössische Architektur ist die Baukultur von morgen und das kulturelle Erbe von übermorgen.

 

Hier finden Sie eine Liste mit Links und Literaturhinweisen zum Thema Baukultur allgemein und zu “BauKULTURismus” im Besonderen.

 

26.01.2018

Das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten informiert

über die Pflicht der Bauherrschaft nach § 2 Abs. 2 Kampfmittelverordnung

 

 

 
Das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten informiert

über die Pflicht der Bauherrschaft nach § 2 Abs. 2 Kampfmittelverordnung

 

 

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In § 2 Abs. 2 Kampfmittelverordnung heißt es:

„Vor der Erstellung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung für das Land Schleswig-Holstein vom 22. Januar 2009 (GVOBl. Schl.-H. S. 6), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 17. Januar 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 3), und vor Beginn von Tiefbauarbeiten auf Grundstücken in Gemeinden, deren Gebiete mit Kampfmitteln belastet sind oder sein können, ist die Eigentümerin oder der Eigentümer oder die oder der Nutzungsberechtigte verpflichtet, bei der Landesordnungsbehörde eine kostenpflichtige Auskunft über mögliche Kampfmittelbelastungen einzuholen. Die Gemeinden nach Satz 1 sind in der Anlage aufgeführt; die Anlage ist Bestandteil dieser Verordnung. Für Grundstücke in Privateigentum, welche nicht gewerblich genutzt werden oder werden sollen, erfolgt die Auskunft kostenfrei.“

Die aktuelle Fassung finden Sie im Internet unter http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/?quelle=jlink&query=KampfmV+SH&psml=bsshoprod.psml&max=true&aiz=true

Im MIB wurde festgestellt, dass viele Bauherren von dieser Pflicht zunächst keine Kenntnis haben und den Antrag daher erst sehr spät stellen. Aufgrund einer Antragsflut beim Kampfmittelräumdienst beträgt die Bearbeitungszeit derzeit oftmals acht bis zehn Wochen, was selbstverständlich zu entsprechenden Verzögerungen und folglich Beschwerden beim Kampfmittelräumdienst führt. Da diese natürlich auch bearbeitet werden müssen, bleibt weniger Zeit für die eigentlich erforderliche Auswertearbeit. Würden die Anträge früher gestellt, würde es selbst bei gleichbleibender Bearbeitungszeit oftmals zu keinen Verzögerungen beim Baubeginn und folglich auch zu keinen Beschwerden kommen.

Damit sich dieser Zustand nicht noch weiter verschlimmert, bittet das MIB dringend darum, dass die Bauherrschaft so frühzeitig wie möglich auf die Pflicht aus § 2 Abs. 2 Kampfmittelverordnung hingewiesen wird.

Ein solcher Hinweis sollte möglichst standardisiert erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass die Anträge nur für die Gemeindegebiete zu stellen sind, die in der Anlage 1 der Verordnung aufgeführt sind (siehe § 2 Abs. 2 Satz 2 Kampfmittelverordnung).

Mit einer frühzeitigen Information der Bauherren können Verzögerungen im Hinblick auf den Baubeginn entweder vermieden oder zumindest minimiert werden.

28.04.2015

 

 

Der Verein zur Förderung fairer Bedingungen am Bau e.V. informiert:

Kampfmittelfrei Bauen: Das ist auch fast 70 Jahre nach Kriegsende keine Selbstverständlichkeit, wie tägliche Funde von Bombenblindgängern und zu viele tragische Todesfälle zeigen.

Mit dem seit März 2014 vorliegenden Merkblatt “Kampfmittelfrei Bauen” wurde vor allem dem dringenden Bedarf der Bauwirtschaft nachgekommen, denn vielen Bauherren und Auftraggebern ist gar nicht bewusst, dass sie eine hohe Verantwortung für das Leben und die Gesundheit der Menschen haben, die sich auf der Baustelle bzw. in deren Umgebung aufhalten. Zu oft führen Zeitdruck und finanzielle Erwägungen dazu, dass mit der Kampfmittelfreiheit fahrlässig umgegangen wird.

Das Merkblatt soll – angefangen bei den Bauherren/Auftraggebern über die Planer bis hin zu den Ausführenden – für den Umgang mit Kampfmitteln sensibilisieren. Gleichzeitig soll dieses kompakte Arbeitsmittel mit den aufgeführten Regeln und Fakten die tägliche Baupraxis unterstützen.

In der Anlage erhalten Sie das Merkblatt “Kampfmittelfrei Bauen“, welches unter Federführung des Vereins zur Förderung fairer Bedingungen am Bau e.V. in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. der BG BAU und dem CBTR Centrum für Deutsches und Internationales Baugrund- und Tiefbaurecht e.V. erarbeitet wurde.

19.06.2014

Veranstaltungen
04
Juli
Baukulturwerkstatt
„Neue Orte“

Die Kieler Baukulturwerkstatt befasst sich am 4. und 5. Juli mit neuen Orten als Stadtentwicklungsstrategie.

 
04. Jul -
05. Jul  
Baukulturwerkstatt
„Neue Orte“

Die Kieler Baukulturwerkstatt befasst sich am 4. und 5. Juli mit neuen Orten als Stadtentwicklungsstrategie.

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BBK_W3-2018_Webkachel-250pxZukunftsperspektiven für Städte machen sich an strategischen Standorten und deren Entwicklungspotenzial fest. Sie schaffen neue und ergänzende Nutzungsangebote und geben vitale Entwicklungsimpulse für ihr Umfeld. Die Baukulturwerkstatt „Neue Orte“ will Potenziale für unterschiedliche Strategieräume aufzeigen und deren gute Gestaltung auf allen Maßstabsebenen thematisieren.

Das 21. Jahrhundert wird bereits heute als das Jahrhundert der Städte bezeichnet. Die Gestaltung öffentlicher Räume stellt dazu ein wichtiges Handlungsfeld für die Qualität städtischen Lebens dar. Neue städtische Leitbilder des kompakten und durchmischten Viertels lösen die autogerechte, funktionsgeteilte Stadtplanung ab. Veränderte Lebensweisen sowie Bedürfnisse äußern sich in neuen Nutzungsvorstellungen, die alte Raumordnung muss neu gedacht und weiterentwickelt werden. Wie kann es einer Stadt gelingen, Identität und Geschichte von alten Orten zu bewahren und diese gleichzeitig aktuellen Nutzungsvorstellungen anzupassen? Wie können alte zu neuen Orten werden? Und: Wie können darüber hinaus neue Orte entstehen, die sich als Teil der Stadtidentität verankern?

Um diese Fragen zu diskutieren, lädt die Bundesstiftung Baukultur gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel zur Baukulturwerkstatt „Neue Orte“ ein. Dabei soll der Blick nicht nur auf Zeugnisse des baukulturellen Erbes der Nachkriegszeit und das historische Gedächtnis Kiels gerichtet werden, sondern auch die Frage diskutiert werden, wie aus alten Orten zukunftsfähige neue Orte entstehen können. Der zweite Werkstatttag dient der Erarbeitung von neuen Impulsen und Standortentwicklungsstrategien für exemplarische Kieler Orte im fachplanerischen Dialog.

Die Baukulturwerkstätten bieten eine Plattform zur Vernetzung von Bauschaffenden aller Disziplinen und der interessierten Öffentlichkeit. Neben Architekten, Landschaftsarchitekten, Ingenieuren und Planern nehmen Vertreter aus Politik und Kommunen, der Bauindustrie und -wirtschaft sowie Immobilienentwickler teil.

Weitere Informationen zur kostenfreien Anmeldung, Partner und Referenten unter:

https://www.bundesstiftung-baukultur.de/veranstaltungen/neue-orte

 

Bildnachweis: © Bundesstiftung Baukultur, Gestaltung: Heimann Schwantes, Berlin

BESSER. MIT ARCHITEKTEN.

Bewegte Bilder für potentielle Bauherren und alle, die sich für Baukultur interessieren.

 
BESSER. MIT ARCHITEKTEN.

Bewegte Bilder für potentielle Bauherren und alle, die sich für Baukultur interessieren.

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Die Architektenkammer Niedersachsen
hat einen Film über das Bauen mit Architekten produziert.

Sie finden ihn unter https://vimeo.com/233696955/e2304147f3 – schauen Sie doch mal vorbei!
Außerdem gibt es weitere, interessante Filme der Kammer Niedersachsen bei youtube unter https://www.youtube.com/user/Architektenkammer

 

20.10.2017

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